Bewerber-Speed-Dating im Kreis Heinsberg

Arbeitsmarkt : Bewerbungs-Dates im Zehn-Minuten-Takt

Zufrieden mit ihrem ersten Job-Speed-Dating, das in der Heinsberger Begegnungsstätte stattfand, zeigten sich die Verantwortlichen des Jobcenters Kreis Heinsberg bei einem Pressegespräch im Rahmen der Veranstaltung.

22 Unternehmen mit offenen Stellen, darunter drei Personaldienstleister, waren auf der einen Seite beteiligt, rund 80 Bewerber auf der anderen.

Im Zehn-Minuten-Takt hatten diese an den für die Unternehmen in der Halle aufgestellten Tischen Gelegenheit, sich den jeweiligen Personalern vorzustellen. Dabei hatten sich die Bewerber in der von TÜV Nord Bildung organisierten Veranstaltung schon vorher für feste Termine bei den Unternehmen eintragen können. Zudem hatten sie aber auch die Gelegenheit, sich spontan vor Ort weitere Gesprächspartner zu suchen. Dafür waren die jeweils angebotenen, offenen Stellen am Eingang der Halle ausgehängt worden. Die Schwerpunkte der Stellenangebote lagen in den Bereichen Gesundheit und Pflege, Lager und Logistik, Einzelhandel-Baunebengewerbe und Gebäudereinigung.

Durch diese Art der Veranstaltung hätten viele Jobsuchende, die auf dem Schriftweg vielleicht schnell aussortiert würden, jetzt die Chance, mit Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen, erklärte Hermann Oecking, Geschäftsführer von TÜV Nord Bildung. „Wir sind eine deutlich kleinere Region“, antwortete Harald Heffels, Bereichsleiter Markt und Integration beim Jobcenter Kreis Heinsberg, auf die Frage, warum man das Instrument des Speed-Datings nicht schon früher eingesetzt habe. Man habe einfach zunächst die Erfahrungen der anderen, größeren Regionen abgewartet, erklärte er. Zudem sei ein solches Speed-Dating mit einer umfangreichen Vorbereitung verbunden.

So waren die Teilnehmer der ersten Veranstaltung von TÜV Nord Bildung im Vorfeld drei Tage lang intensiv begleitet worden. Dabei waren die Bewerbungsunterlagen erstellt oder optimiert sowie mit professionellen Fotos versehen worden. Zudem war ihnen Gelegenheit gegeben worden, sich in Bewerbungsgesprächen zu üben. „Die Vorbereitung war sehr intensiv, aber sie hat sehr viel Spaß gemacht“, erklärte Betriebswirt Dan Ionica, der zuletzt als technischer Einkäufer gearbeitet hat und seit Februar auf der Suche nach einer neuen Stelle ist. Gut sei zudem gewesen, dass die beteiligten Firmen ihm schon vorher bekannt gewesen seien. So habe er sich im Internet schon ein wenig informieren und so auf die Gespräche vorbereiten können, sagte er. Sieben Personaler hatte er bis zum späten Vormittag bereits getroffen, „und weitere Gespräche werden in den Unternehmen folgen“, gab er sich hoffnungsvoll, eventuell schnell einen neuen Arbeitgeber zu finden.

Darauf hofft auch Razan Alasseh. Die 43-Jährige ist erst vor drei Jahren aus Syrien gekommen. Sie würde gerne auch hier in Deutschland wieder als Bauzeichnerin arbeiten. Eine solche Stelle hat sie gestern nicht gefunden, aber viele Einblicke in andere Arbeitsmöglichkeiten gewonnen. Und wenn es auch nicht direkt klappe mit der neuen Stelle, „so gehen die Teilnehmer mit dieser Erfahrung doch künftig ganz anders auf Arbeitgeber zu“, war sich Oecking sicher.

Zufrieden zeigten sich am Ende auch die Arbeitgeber wie etwa Simon Bell, vom Personaldienstleister Meteor aus Aachen. „Wir haben auch heute wieder ein paar interessante Kandidaten identifiziert“, so sein Resümee. „Da könnte es mit einer Jobvermittlung zeitnah funktionieren.“ Nach diesem ersten Erfolg werde es im kommenden Jahr eine weitere Veranstaltung dieser Art geben, erklärte Heffels.

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