Erkelenz: Bewährt und wiederbelebt: Verwaltungsstaffel der Freiwilligen Feuerwehr

Erkelenz: Bewährt und wiederbelebt: Verwaltungsstaffel der Freiwilligen Feuerwehr

Wenn tagsüber in Erkelenz der Alarm geht, kommt Bewegung in die Amtsstuben der Verwaltung. Denn dann ist die Verwaltungsstaffel der Freiwilligen Feuerwehr gefragt. Und das seit nunmehr viereinhalb Jahren.

Sammelpunkt der zwölfköpfigen Staffel ist das Gerätehaus an der Stadtverwaltung gegenüber der Gemeinschaftshauptschule, wo das Löschfahrzeug vom Typ LF 10/6 auf sie wartet. Ins Leben gerufen wurde die Verwaltungsstaffel Ende 2009 von Stadtbrandinspektor Wolfgang Linkens. Der musste das Rad aber nicht neu erfinden, sondern nur eine alte Tradition wiederbeleben, die zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten war. Er selbst und auch Bürgermeister Peter Jansen hatten in der alten Verwaltungsstaffel das Feuerwehrhandwerk gelernt. Dementsprechend lief er mit seiner Idee beim Bürgermeister offene Türen ein, der auch in seinem Heimatort Hetzerath dem dortigen Löschzug angehört.

Schnell Hilfe leisten

Die heutige Verwaltungsstaffel setzt sich aus acht Mitarbeitern der Verwaltung und vier Bauhofmitarbeitern zusammen, die allesamt in ihren Heimatorten auch in der freiwilligen Feuerwehr aktiv sind. „Dieses Potenzial müssen wir nutzen, um auch in den schwachen Tageszeiten eine schnelle Hilfe im Feuer- oder Gefahrenfall leisten zu können“, betont Linkens. Da die Feuerwehr auf die freiwillige Arbeit der Wehrleute bauen muss, ist es gut, wenn tagsüber in der Stadt eine Staffel garantiert schnell einsatzbereit ist. Wie schnell das ist, konnte die Truppe kürzlich bei einer nicht angekündigten Übung unter Beweis stellen, als die Truppe binnen weniger Minuten an der Einsatzstelle eintraf. Sehr zur Freude des Kreisbrandmeisters Klaus Bodden, der sich von der Schlagkraft der Truppe überzeugen wollte und überzeugt wurde.

Wichtig ist, dass die Feuerwehrleute vor Ort mit ihren Kameraden aus den anderen Zügen zusammenarbeiten und sie unterstützen. Dabei werde nach einem sogenannten „Rendevouz-System“ gearbeitet, bei dem die nacheinander eintreffenden Einsatzkräfte zusammenarbeiten. „Wichtig ist es, vor Ort schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen“, weiß Peter Jansen. „Die Stadtstaffel ist eine wichtige Ergänzung für die Gruppen im Stadtgebiet.“

Fritteuse bis Fehlalarm

Zu 90 bis 100 Einsätzen muss die Verwaltungsstaffel im Jahr ausrücken. Dabei reicht das Spektrum von der überhitzten Fritteuse und dem Fehlalarm bis hin zu gefährlichen Situationen, bei denen schnell eingeschritten werden muss. „Wenn die Besatzungen ausrücken, wissen sie nie, was sie vor Ort erwartet“, erklärt Linkens. Er selbst wird im nächsten Jahr 60 und legt dann sein Amt als Stadtbrandinspektor nieder.

Zu den Einsätzen ausrücken kann er dann noch, bis er 63 ist — „wenn die Jungs mich dann noch mitnehmen“.

(hewi)