Erkelenz: Besuch in Saint-James: Das Französisch wieder ausgegraben

Erkelenz: Besuch in Saint-James: Das Französisch wieder ausgegraben

Fünf Tage lang haben 40 „Freunde der Partnerschaft“ wieder französische Gastfreundschaft in Erkelenz’ Partnerstadt Saint-James erlebt. Guy Lemenager, französischer Organisator des Austauschs, und sein Team hatten ein abwechslungsreiches Programm für die Gäste aus Erkelenz zusammengestellt.

Symbolträchtiger Höhepunkt war der Besuch auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Marigny: Dort liegt der Vater des Granterathers Josef Görtz begraben. Das Grab fand Görtz erst Mitte der 90er Jahre durch den Kontakt über den partnerschaftlichen Austausch.

Erkelenzer Gäste im früheren bretonischen Parlament in Rennes.

Viel über die Geschichte der Region, insbesondere der Bretagne, erfuhren die Erkelenzer bei einer Besichtigung des früheren bretonischen Parlaments in Rennes. Das sehenswerte Gebäude dient heute als höchstes Berufungsgericht Frankreichs.

Imposanter Klosterberg

Beeindruckt waren die Gäste auch von der vieldiskutierten Umgestaltung am berühmten Mont St. Michel, die nach jahrelanger Bauzeit fast abgeschlossen ist. Autos und Busse müssen rund drei Kilometer vor dem imposanten Klosterberg parken, die Zufahrt ist nur über Shuttlebusse oder Pferdefuhrwerke möglich — oder zu Fuß über einen Holzplankenweg.

„Toll gemacht, super organisiert“, so lautete das Urteil der Erkelenzer nach dem Ausflug.

Die persönlichen Kontakte standen bei dem Besuch wie immer im Vordergrund. Alle waren in Familien untergebracht — auch die sieben Neulinge waren am Ende begeistert. Die Kuckumerin Gabi Clever etwa, deren Schulfranzösisch vor 37 Jahren erlernt wurde, und nur noch sporadisch Anwendung findet, resümierte: „Es ist richtig toll zu erleben, dass verschütt geglaubte Reste meiner Französischkenntnisse doch immer wieder auftauchen. Außerdem hat mich die Gastfreundschaft sehr berührt.“ Auch Gatte Udo und Tochter Laura (20), nahmen von dem Austausch prägende Eindrücke mit nach Hause.

Julia Tüffers, Lehrerin am Cornelius-Burgh-Gymnasium und stellvertretende Vorsitzende des Erkelenzer Partnerschaftskomitees, war erstmals mit der ganzen Familie in Saint-James: „Durch den Besuch habe ich eine ganz neue Seite der Austauschmöglichkeiten kennengelernt. Davon kann ich für die Vorbereitung meiner Schulbesuche im nächsten Jahr sehr profitieren.“ Die vierjährige Tochter Charlotte nahm die Strapazen der Fahrt inklusive des langen offiziellen Abends mit Reden, ausgiebigem Essen und Tänzen französisch-gelassen. Sie freute sich über ein kleines Geschenk als jüngste Teilnehmerin.

Yannick Duval, Vorsitzender des Saint-Jamaiser Partnerschaftskomitees, war seinerseits sehr beeindruckt von der lockeren und sehr freundschaftlichen Atmosphäre. „Die ,Freunde der Partnerschaft‘ leben die deutsch-französische Freundschaft“, stellt er erfreut fest. Dass mit Theo Meurer gleichzeitig auch der Vorsitzende des neuen Vereins Erkelenz International an dem gelungenen Austausch beteiligt war, lässt für die nächsten Jahre hoffen. „Wir haben Synergieeffekte nutzen können, ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in den nächsten Jahren einen lebendigen Austausch fortführen können“, sagte er.

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