Kreis Heinberg: Bester rheinischer Pistolenschütze: Jordis Peters trifft fast immer

Kreis Heinberg: Bester rheinischer Pistolenschütze: Jordis Peters trifft fast immer

Wenn Jordis Peters in ein paar Jahren mal ein Mädchen beeindrucken will, dann sollte er die Angebetete beim ersten Rendezvous auf den Rummel ausführen und dort schnurstracks den Schießstand ansteuern. Ein Arm voller Stofftiere wäre der Traumfrau sicher. Denn beim Schießen macht dem 14-Jährigen so schnell keiner etwas vor. Auch wenn seine bevorzugte Waffe nicht das Gewehr, sondern die Pistole ist.

Seit rund anderthalb Jahren trainiert der Schüler das Schießen bei den Effelder Sportschützen. Und inzwischen hat er schon große Erfolge einfahren können. Erst vor wenigen Wochen nahm er an der Deutschen Meisterschaft in München teil — und wurde in der Disziplin Schüler-Luftpistole der beste Schütze des Rheinischen Schützenbundes in seiner Klasse.

„Das liegt aber auch daran, dass die Konkurrenz in diesem Sport so extrem klein ist“, sagt Jordis bescheiden. Schließlich stünde der Schießsport gerade bei seinen Altersgenossen nicht besonders hoch im Kurs. „Leider“, findet er. „Ich hätte gern ein wenig mehr Konkurrenz.“

Das Problem kennt auch sein Vater Detlef Peters, der ebenfalls Sportschütze in Effeld ist. Insgesamt sei die Zahl der Sportschützen in den vergangenen Jahren gesunken. Vor allem bei den jungen Sportlern. Und er glaubt auch zu wissen, warum: „Zum einen interessieren sich wenige Jugendliche für den Schießsport, weil man erst mit zwölf Jahren Sportschütze werden darf.

Viele Jugendliche haben sich in diesem Alter schon längst für einen anderen Sport entschieden. Zum anderen ist es schwer, Nachwuchs zu finden, weil auch viele Eltern dem Sport gegenüber zunächst skeptisch sind — die Amokläufe der vergangenen Jahre haben dazu beigetragen.“ Und wenn sich Jugendliche dann doch für das Schießen begeistern würden, dann in der Regel doch für das Schießen mit dem Gewehr.

Dass sich Jordis in seinem jungen Alter für das Schießen begeistert, hat er nicht nur seinem Vater zu verdanken, sondern auch einem Nachbarn, der ihn schon mit auf den Schießstand genommen hat, als er noch ein ganz kleiner Junge war. „Weil Kinder erst mit zwölf Jahren schießen dürfen, konnte ich zwar noch nicht selbst schießen, aber ich fand schon das Zugucken spannend“, sagt Jordis. Vor allem die tiefe Konzentration, die Ruhe und Beherrschung der Sportschützen hätte ihn fasziniert.

Als er dann endlich alt genug war, testete er sich selbst, seine eigene Ruhe und Konzentration auf dem Schießstand der Effelder Sportschützen. Und schnell merkte Jordis: „Das kann ich ziemlich gut.“

Schon nach wenigen Monaten ist der Nachwuchs-Schütze so gut, dass er an Wettbewerben teilnimmt. Und gerade bei den Wettkämpfen zeigt sich: Jordis ist noch besser als vermutet. Denn erst in den Meisterschaften fährt der 14-Jährige so richtig auf. „Ich bin wie ein Schauspieler. Beim letzten Training, der Generalprobe, bin ich immer ziemlich schlecht und beim Wettkampf treffe ich bei fast jedem Schuss“, sagt Jordis.

„Das ist sein wahres Talent“, sagt Vater Detlef. „Jordis ist nicht so viel besser als die anderen. Nur sind viele der anderen Teilnehmer bei den Wettbewerben verständlicherweise extrem nervös, was sich im Schussbild zeigt. Jordis ist nur einfach nicht aufgeregt und sehr entspannt, was sein großer Vorteil ist“, sagt er.

Jordis hat auch wenn es um Titel und Pokale geht ein ruhiges Händchen, setzt bei fast jedem Schuss einen Treffer und wird schnell als Kreisbester seiner Altersklasse gehandelt.

Echte Konkurrenz in der Region macht dem Effelder nur der wenig ältere Wegberger Sportschütze Oliver Ahmed, der zu den Kaderschützen des rheinischen Schützenbundes gehört und dessen Bruder. „Ich sehe ihn und seinen Bruder aber nicht als Konkurrenten, sondern als Freunde“, sagt Jordis.

Und weil man Freunden nur das Beste wünscht, hofft Jordis, dass sich bald noch mehr Konkurrenz findet, gegen die man gerne gewinnt. „Das Schießen einmal auszuprobieren kostet nichts. Wer den ganzen Tag vor dem Computer sitzt, der verpasst etwas“, sagt Jordis.

Das findet auch sein Vater: „Selbst für Jugendliche, die sich für Ausdauersport nicht begeistern können, könnte das Schießen der perfekte Sport sein. Hier kommt es auf Ruhe, Disziplin und Konzentration an“, sagt er. Jordis will in jedem Fall weitermachen. Immerhin hat er noch große Ziele. „Ich will es schaffen, 400 Ringe zu schießen. Das ist Weltrekord“, sagt er.