Heinsberg: Besondere Lesung: Die Geschichten des Markus Majowski

Heinsberg: Besondere Lesung: Die Geschichten des Markus Majowski

Die Person war bekannt aus Film und Fernsehen. Der Mensch Markus Majowski weniger. Im Rahmen der „Kultur in der Christuskirche“ hatte die Evangelische Gemeinde Heinsberg eingeladen zu einem Abend mit dem Schauspieler und Comedian Majowski.

Bei der Lesung aus seinem Buch „Markus, glaubst du an Gott?“ in der Christuskirche in Heinsberg ließ Majowski einen tiefen Blick in sein privates Leben und seine Persönlichkeit zu.

Die vorgelesenen Auszüge aus seinem als autobiografisch bezeichneten Buch, das aus einer lockeren Aneinanderreihung von Geschichten aus seinem Leben besteht, waren sowohl humorvoll wie auch selbstkritisch und schonungslos. Personen wie seine „Omi“, seine Frau Barbara und sein Sohn Julius stellten Fixpunkte dar, an denen er seine Stärken wie Schwächen bis hin zu seinen Süchten aufzeigte. Erst seit sechs Jahren sei er „clean“ und „trocken“, bekannte er dem atemlos zuhörenden Publikum. Bekenntnisse des Menschen Majowski, der dem Karriere-Erfolg bei TV und Film Tribut zollen musste. Den Kampf dagegen bestehe er nur, weil er seinen Glauben wiedergefunden habe.

Leistungen für höhere Macht

„Nicht für mein Ego strebe ich heute nach Höchstleistungen, sondern für eine höhere Macht, die meine Seele nährt. Als ich sehr spät in meinem Leben erkannte, dass nur Gott diese höhere Macht für mich sein kann, wird meine Harmonie zu etwas Unzerstörbarem in meiner Mitte! Perfekt wird mein Leben dadurch allerdings nicht“, formulierte er Sätze, die gerade wie passend für den Ort der Lesung erschienen. Und dennoch war es kein Predigen, es war nur die Möglichkeit, einen Einblick in die Persönlichkeit eines sympathischen Menschen zu gewähren.

Dass Markus Majowski auch ein sehr guter Schauspieler ist, konnten die Zuhörer beim gerappten Erziehungsrat für seinen Sohn nachvollziehen. Eine musikalische Ader, die er wohl seinem Vater zu verdanken habe. Der war einst Mitglied der Berliner Philharmoniker.

Humorvoll und den Bogen zu seiner „Omi“ schließend dann noch die Geschichte, als er im Rahmen der Sketchserie „Die dreisten Drei“ einen Transvestiten darstellen musste. Da seine Großmutter die Serie angeschaut habe, sei sofort nach Ausstrahlung der besagten Szene ein Anruf erfolgt: „Du musst das nicht machen, das mit den fremden Männern — und auch noch im Fernsehen. Wenn du Geld brauchst, dann ruf doch einfach an.“

Als Schauspieler auch im Jahr 2014 bei den Nibelungenfestspielen in Worms den „Volker, von Alzey“ unter dem Regisseur Dieter Wedel spielen zu dürfen, mache ihn einerseits stolz. Andererseits sei Erfolg aber nicht ewig, und für diese Fälle habe er sich zum roten Faden seines Lebens — neben seinem Gottesglauben — die Handlungsanleitung gemacht: „Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Am Beifall seines Publikums konnte die Zustimmung zu dieser Lebensmaxime abgelesen werden. Pfarrer Sebastian Walde wünschte sich ein Wiederkommen des Künstlers, welches dieser ihm zusicherte.