Hückelhoven: Bergkapelle Sophia-Jacoba gestaltet mitreißenden Konzertabend

Hückelhoven : Bergkapelle Sophia-Jacoba gestaltet mitreißenden Konzertabend

Einen mitreißenden Konzertabend gestaltete die Bergkapelle Sophia-Jacoba unter Leitung ihres Dirigenten Rolf ­Deckers in der Aula des Hückelhovener Gymnasiums. Detlef Stab, der Vorsitzende der Bergkapelle, begrüßte die zahlreichen Gäste mit einem herzlichen Glückauf.

„Musik kennt keine Grenzen“, sagte er, zu allen Zeiten seien es Musik, Komponisten und Interpreten gewesen, die mit ihren Melodien die Herzen der Welt erobert hätten. Musik bewirke mehr Völkerverständigung als 1000 Worte und kenne dabei keine Sprachbarrieren.

In vielen Gesamt-, Register-, Satz- und sogar Einzelproben und mit dem Schreiben hervorragender, gut klingender Arrangements habe der Dirigent — wie immer — dieses Konzert akribisch vorbereitet. Es sei intensiv geprobt worden, um dem großen Blasorchester den letzten Feinschliff zu geben. Das Engagement habe sich mehr als nur gelohnt, so der Vorsitzende.

Mit dem Konzertmarsch „Royal Salute“ präsentierte sich dann auch gleich ein homogener Klangkörper in bergmännischer Tradition, selbstbewusst und strahlend.

Moderator Wolfgang Tischtau führte gekonnt, witzig und sehr feinfühlig durch den Konzertabend. Auf den Konzertwalzer ­„Rosen aus dem Süden“ vom Walzerkönig Johann Strauß treffen viele Attribute zu: beschwingt, dynamisch, farbenreich, lebendig, lieblich und rasant. Schon bei der Uraufführung war man überrascht vom Reichtum dieser Musik.

Sehr schön umgesetzt wurde dies von der Bergkapelle. So gefielen insbesondere die differenzierte Einleitung mit schönen offenen Klarinettenstellen und klingenden Hörnern und die folgenden ruhigen Walzerthemen sowie das Finale. Phrasierung und Klangschönheit beeindruckten beim Konzertmarsch von Kurt Gäbles „Salemonia“.

Der Komponist Sepp Tanzer beschreibt in seinem farbigen Blasorchesterwerk „Bergheimat“ musikalisch die vielseitige Landschaft Österreichs. Die Bergkapelle Sophia-Jacoba konnte damit die Stärken in Klang und Ausdruck voll entfalten. Solistisch eingesetzt waren das Flügelhorn (Jürgen Korsten) und das in der heutigen Zeit eher seltener gespielte Bassflügelhorn (Stefan Amels).

Technische Präzision, Tempogebung und Ausgeglichenheit zwischen den Registern — da stimmte einfach alles. Dynamisch sehr schön gestaltet und elegant präsentierte wurde das Titellied der Olympischen Spiele von 1988 „One Moment in Time“.

Ein Jahreskonzert bietet auch den passenden Rahmen, um verdiente Musiker zu ehren, die über viele Jahre hinweg der Bergkapelle die Treue halten. Für zehn Jahre wurden geehrt: Rainer Heuter (Schlagzeug/Lyra) und Ferdi Ströbel (Posaune). Für 70 Jahre wurde ein „Urgestein“ der Bergkapelle ­Sophia-Jacoba, der Klarinettist Hugo Viehmann, geehrt.

„Viele Jahre habt ihr mit unermüdlichem Einsatz, Freude und Hingabe mit eurer Musik den Menschen viele schöne, frohe und glückliche Stunden gegeben. Dafür bedanken wir uns bei euch auf das Herzlichste“. Das sagte der Vorsitzende Detlef Stab in seiner Laudatio. Der erste Programmteil endete dann passend und klangvoll mit dem Traditionsmarsch „Glück auf“.

Mit Leidenschaft und sehr gutem Spielfluss erklang sodann der wuchtige Konzertmarsch „Mit vollen Segeln“, der eine abwechslungsreiche Überleitung zum zweiten Programmblock brachte. Wie eine echte Polka-Hymne, kompakt im Klang, sehr gefühlvoll interpretiert wurde die Polka „Ein halbes Jahrhundert“.

Die Stammgäste wussten bereits, dass in jedem Konzert der Bergkapelle ein Solist auftritt. In diesem Jahr hatte Rolf Deckers für sich und sein Orchester ein Solo für Klarinette ausgesucht und auch arrangiert: „Lady in Red“. Ein Titel der gleichermaßen modern, bekannt und wohlklingend ist. Die Solistin Kirsten Bernath glänzte durch eine solide ausgefeilte und klare Technik sowie durch ihre bestechende Musikalität. Die Bergkapelle begleitete gekonnt und in überzeugender Manier.

Mit einem Medley von Schlagern aus den 70er Jahren ging es schwungvoll weiter: „Wann wird’s endlich wieder Sommer“, „Sieben Fässer Wein“, „Mendocino“, „Michaela“, „Immer wieder sonntags“ und „Anita“ sind die Schlager, die bei diesem sehr rhythmischen Arrangement von Rolf Deckers sehr klangschön verarbeitet wurden. Beim folgenden Instrumentalstück „Soleado“ (Tränen lügen nicht) wurde das Publikum zur Gesangsverstärkung ins Programm voll mit eingebunden.

Zum Abschluss hieß es dann: „Robbie Williams in Concert“ — mit drei der schönsten Songs „Angels“, „Feel“ und „Let me entertain you“ in einem rasanten Medley zusammengestellt. Im Stile einer wahren „Tastenlöwin“ begeisterte am Konzertflügel Schlagzeugerin Miriam Amels. Zwei tolle Zugaben gab es spontan mit dem klangvollen „Saarknappenmarsch“ sowie mit dem ergreifenden und vom begeisterten Publikum traditionell mitgesungenem Steigerlied: „Glück auf, der Steiger kommt!“

(ufhs)