1. Lokales
  2. Heinsberg

Beim Heimatverein herrscht trotz Pandemie kein Stillstand

Heimatverein Erkelenzer Lande : Das Virtuelle Museum wächst weiter

Seit einem Jahr sind alle Präsenzveranstaltungen des Heimatvereins der Erkelenzer Lande der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Stillstand herrscht dennoch nicht.

Die monatlichen Wanderungen konnten wegen des Coronavirus nicht stattfinden, auch nicht die Studien- und Ausstellungsfahrten. Die wöchentlichen Chorproben des Cornelius-Burgh-Chores fielen aus und natürlich auch die geplanten Konzerte. Die Treffen in den Arbeitskreisen, beispielsweise bei den Mineralien- oder Mundartfreunden, oder die monatlichen heimatkundlichen Stammtischtreffen in Hückelhoven waren nicht möglich.

„Besonders schmerzte, dass die geplanten Veranstaltungen zum 100-jährigen Bestehen des Heimatvereins nicht stattfinden konnten. Wie es aussieht, werden auch geplante Nachholungen in diesem Jahr nicht möglich sein“, bedauert der Vorsitzende des Vereins Günther Merkens.

Die Ausstellung „Ordensschwestern im Erkelenzer Land – eine Spurensuche“ musste im Oktober letzten Jahres nach nur einer Woche geschlossen werden. Jetzt hofft Rita Hündgen, die das Ausstellungsteam leitet, dass es in diesem Jahr möglich sein wird, die Ausstellung nochmals zu zeigen.

Aktiv ohne Präsenz

Einige Arbeitskreise sind jedoch weiterhin aktiv, natürlich ohne Präsenz. So arbeitet der Arbeitskreis Friedhof Brückstraße intensiv an einer Dokumentation der noch vorhandenen Gräber, insbesondere der Gräber von bekannten Erkelenzer Familien. Geplant ist eine Veröffentlichung, damit Erkelenzer Familiengeschichte für jeden nachlesbar ist.

Theo Schläger, der Leiter des Arbeitskreises Mundart, schreibt weiterhin seine Gedichte, die den Mitgliedern zugeschickt werden. Der Heimatverein informiert monatlich über die trotz der Pandemie stattfindenden Aktivitäten.

Ohne Einschränkung durch die Corona-Schutzmaßnahmen ist auch das Virtuelle Museum tätig. Alle Aktivitäten auf dieser Plattform sind digital. „Seit Oktober 2018 hat  das Virtuelle Museum seine Türen geöffnet“, sagt Wolfgang Lothmann, Leiter des Arbeitskreises. Der Heimatverein fand damit eine ebenso mutige wie zeitgemäße Form, mit den Folgen des Tagesbaus und der Erkelenzer Geschichte umzugehen. Mehr als 90 Personen besuchen das Museum täglich und sie kommen nicht nur aus dem Kreis Heinsberg.“ 

Mehr als 250 Beiträge

Im Virtuellen Museum sind jetzt schon mehr als 250 Beiträge online. Besonders interessant für die Besucher sind die Panoramaaufnahmen, die virtuelle Rundgänge durch Orte oder Gebäude möglich machen. So können Besucher ungehindert durch die jetzt geschlossene Kirche von Keyenberg gehen und alle Kunstwerke dort aus der Nähe betrachten.

Allein in diesem Jahr sind bereits  mehr als 20 neue Beiträge eingestellt worden. So werden beispielsweise Erkelenzer Personen – darunter Arnold von Harff, Cornelius Burgh, Mathias Baux, Gottfried von Bergh oder die Künstler Heinrich Jansen, Arno Platzbecker und Will Völker – vorgestellt. Bei den Gebäuden kamen unter anderem die Lambertuskapelle in Immerath, die Pfarrkirche Sankt Lambertus Erkelenz, die Burg, das Kloster Sankt Josef in Golkrath oder gerade in den letzten Tagen das Gasthaus, die Leonhardskapelle, das ehemalige Franiskanerkloster und die Antoniuskirche dazu.

Das Virtuelle Museum ist täglich 24 Stunden geöffnet und unter www.virtuelles-museum.com  immer erreichbar.

(red)