Beim Aktionstag des Blindenvereins wird auf Gefahren hingewiesen

Aktionstag : Blinde fordern mehr Sound für Elektroautos

Einen besonderen Aktionstag startete der Blinden- und Sehbehindertenverein des Kreises Heinsberg in den Räumen des Mehrgenerationenhauses in Übach-Palenberg. Dabei wird auch auf Gefahren der geräuscharmen Autos hingewiesen.

Die Vorsitzende, Sylvia Welter-Ortmanns, freute sich über viele Teilnehmer. Die Veranstaltung wurde dazu genutzt, um das bundesweite Beratungsangebot „Blickpunkt Auge“ auch im Kreis Heinsberg zu starten.

 Zudem stand Dr. Joseph Videa, Augenarzt aus Übach-Palenberg, den Veranstaltungsteilnehmern im Rahmen eines kurzweiligen Vortrags für Fragen rund um Augenerkrankungen zur Verfügung und die Besucher hatten die Möglichkeit, sich über Alltagshilfen und PC-Lösungen für blinde und sehbehinderte Menschen zu informieren.

„Dieser Aktionstag findet aus gutem Grund im Rahmen der Woche des Sehens statt“, erläuterte der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Rolf Herfs. Denn die Woche des Sehens werde seit 2002 in Deutschland durchgeführt und vereine Gedenktage wie den Welttag des Sehens und den Tag des weißen Stockes. „Sie wird dazu genutzt, um auf die Bedeutung guten Sehens hinzuweisen und über Augenerkrankungen zu informieren, für die Ursachen von Blindheit und ihre Vermeidung auf der ganzen Welt sowie die Situation blinder Menschen in Entwicklungsländern zu sensibilisieren und auf die Situation blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland und aktuelle Probleme hinzuweisen“, so Herfs.

Ein Schwerpunktthema der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe in diesem Jahr ist die E-Mobilität und die Gefahren hierdurch, da diese Fahrzeuge mit den Ohren meist nicht oder zu spät wahrgenommen werden können. Deshalb sei es wichtig, dass diese Fahrzeuge ein künstliches Geräusch erzeugen (AVAS-System). „Das Thema betrifft uns alle“, so Herfs.

Die West-Verkehr hatte im Frühjahr 2019 angekündigt, für die Erka-Linie in Erkelenz einen Elektrobus anzuschaffen. Auch für Geilenkirchen ist mittlerweile ähnliches geplant. Der Blinden- und Sehbehindertenverein des Kreises Heinsberg hatte sich daraufhin an die West-Verkehr gewendet und darum gebeten, den Einbau eines AVAS-System in diese Busse zu berücksichtigen. „Dies wurde zugesichert. Hier bleiben wir am Ball“, versprach Herfs.

(red)
Mehr von Aachener Zeitung