Wegberg: Bei der neuen Wegberger Feuerwache geht es um die Details

Wegberg : Bei der neuen Wegberger Feuerwache geht es um die Details

„Heute ist ein guter Tag für die Wegberger Feuerwehr“, fasste Wehrleiter Dietmar Gisbertz das Ergebnis der Präsentation zusammen, zu der Bürgermeister Michael Stock in die Wegberger Mühle eingeladen hatte.

Gezeigt wurden die 14 Entwürfe, mit denen sich Architekturbüros aus ganz Deutschland um die Planung der neuen Feuerwache an der Maaseiker Straße beworben hatten. Durchsetzen konnten sich das Architektenbüro Scheidt Kas-prusch und die Landschaftsarchitekten KuBuS Freiraumplanung, beide aus Berlin.

Im Juni will der Wegberger Stadtrat den Weg frei machen für die Umsetzung des Siegerentwurfs. Der Entwurf habe als „funktional, nachhaltig und wirtschaftlich“ überzeugen können, betonte Stock zu Beginn der Präsentation. Dies habe auch die Aufgabenstellung gefordert.

Aus karbonisiertem Holz

Wehrleiter Gisbertz hob hervor, dass die neue Feuerwache ein „wichtiger und unverzichtbarer Baustein der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr“ sei. Und zwar ein optisch außergewöhnlicher Baustein, wie sich die Anwesenden einig waren.

Der großzügige Bau aus karbonisiertem Holz am Eingang der Stadt steht auf einem Gelände von rund 2700 Quadratmetern zwischen dem Schulzentrum und dem Grenzlandring. Die dortige Feuerwache entsprach nicht mehr dem Anforderungsprofil an ein Gebäude dieser Art. Daher hatte sich der Rat für einen Neubau und den damit einhergehenden Wettbewerb der Ideen ausgesprochen.

Die Auswahl aus den eingereichten Arbeiten oblag einer Fachjury unter der Leitung der Kölner Architekturprofessorin Dörte Gatermann. Ihr Kollege, der Fachpreisrichter Oliver Hall, unterstrich die „insgesamt hohe Qualität der eingereichten Wettbewerbsbeiträge“. Umso erfreulicher sei es, dass die Jury zu einem einstimmigen Votum gekommen war, hob Bürgermeister Stock hervor.

Neben der architektonischen Aufwertung des Ortseingangs durch den Bau der neuen Wache seien die funktionalen Abläufe innerhalb der Wache ebenso entscheidend wie die Platzierung der Sozial- und Schulungsräume zur Straße hin, erläuterte Professor Frank Kasprusch. Auch die Grünanlage um das Gebäude herum schließe sich an die optische Gestaltung der Maaseiker Straße an und eigne sich auch für eine Obstbaumwiese. D

ie Entscheidung für eine Holzkonstruktion sei nicht nur ästhetisch motiviert gewesen. Vielmehr hätten auch Entscheidungen für mehr Nachhaltigkeit und Energieeffizienz eine Rolle bei der Wahl des sogenannten „Seidenholzes“ gespielt. Die schwarz-silbrige Oberfläche wird durch den Einsatz von Ganzglas-Fenstern abgerundet. Lüftungsöffnungen im Raster der Holzschalung sorgen für Luftzirkulation.

Die Fahrzeughalle verfügt über vier mal viereinhalb Meter große Falltore aus verglasten Stahlrahmen-Profilen. Neben dem Gebäude ist ein Übungsturm vorgesehen, der weithin sichtbar auch zur optischen Aufwertung der Entree-Situation beiträgt.

Diplomarchitekt Simon Hurbacher, dessen Kölner Büro für das Management des Wettbewerbs verantwortlich zeichnete, betonte, dass an den Details der Innengestaltung noch gefeilt werden müsse. Die Entscheidung für den Entwurf sei zuerst eine Entscheidung für ein bestimmtes gestalterisches Konzept. In den kommenden Wochen müsse nun die Detailarbeit geleistet werden. Er lobte die Stadt Wegberg dafür, dass sie den mutigen Schritt gewagt und einen bundesweiten Wettbewerb ausgeschrieben hatte, um die bestmögliche Lösung für die neue Feuerwache zu bekommen.

Am Standort werden künftig rund 60 ehrenamtliche und acht hauptamtliche Feuerwehrleute ihren Dienst tun. Darüber hinaus wird die Wache auch für Schulungszwecke und als Stützpunkt der Wegberger Jugendfeuerwehr genutzt. Angeschlossen an den Bau ist ein Parkplatz, der für 65 Fahrzeuge Platz bietet.