Wegberg: Bandenmitglied vor dem Richter in Ostfriesland

Wegberg: Bandenmitglied vor dem Richter in Ostfriesland

Möglicherweise waren es die verwandtschaftlichen Verbindungen, die einen 28-jährigen Wegberger nach Ostfriesland und nun auf die Anklagebank des Landgerichts Aurich gebracht haben. Er soll als Mitglied einer Bande an 37 Wohnungseinbrüchen beteiligt sein.

Der junge Mann, der wie die meisten Angeklagten aus Bosnien-Herzegowina stammt, ist gemeinsam mit seinem 53-jährigen Onkel und einem weiteren mutmaßlichen Mittäter angeklagt, als Mitglied einer sechsköpfigen Einbrecherbande an diversen von insgesamt 37 Wohnungseinbrüchen in Ostfriesland beteiligt gewesen zu sein.

Schmuck und Bargeld

Die mutmaßlichen Bandenmitglieder hatten es vor allem auf Schmuck und Bargeld, aber auch auf andere Wertgegenstände abgesehen. Bei Durchsuchungen der Wohnungen der Angeklagten stellte die Polizei so umfangreiches Beutegut sicher, dass eine eigene Ausstellung in den Räumen der Polizei Norden eingerichtet wurde. Dort konnten Einbruchsopfer die sichergestellten Gegenstände besichtigen und gegebenenfalls als ihr Eigentum identifizieren.

Alle sechs Beschuldigten haben bislang geschwiegen. Deshalb verhandelt das Landgericht Aurich in zwei Parallelverfahren gegen jeweils drei Angeklagte. Und die Beweisaufnahme ist mühsam. Die Kammer, vor der sich der Wegberger verantworten muss, hat sich auf ein langes Verfahren eingerichtet. Fast 30 Prozesstage sind bis Februar 2014 vorgesehen. Beide Prozesse finden unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen statt, weil einer der Angeklagten im Vorfeld Bedrohungen gegen Verfahrensbeteiligte geäußert haben soll.

Der Wegberger, der bislang nicht vorbestraft ist, hüllt sich ebenso wie die übrigen Angeklagten in Schweigen. Er sitzt im Gegensatz zu seinem Onkel und dem Mitangeklagten seit Dezember vergangenen Jahres in Untersuchungshaft.

(mari)
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