Band Hätzblatt liegt mit neuem Song gut im Rennen

Gesangswettbewerb : Band Hätzblatt liegt mit neuem Song gut im Rennen

Die Band Hätzblatt ist aus dem Karneval nicht mehr wegzudenken. Seit 1995 ist sie auf den Bühnen der Region unterwegs und heizt gerade zur Karnevalszeit den Jecken richtig ein. Derzeit sind Hätzblatt mit ihrem neuen Hit „All dat es Heimat“ beim Jeck Duell von WDR 4 ganz vorne mit dabei.

In der Gruppenrunde traten sie gegen Größen wie die Höhner oder die Paveier an und erreichten in ihrer Gruppe den ersten Platz. Nun geht es Mitte Februar im Halbfinale weiter. Dabei setzen die Herzblätter auf ihre Fans, wie Christopher Viehausen verrät.

„Man kann telefonisch und online abstimmen“, erläutert Viehausen. Unbestechlich ist hingegen die Fachjury, die auch ein Wörtchen mitzureden hat. Der Heimatsong der Erkelenzer kommt an. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn man auf dem Heimweg von einem Auftritt den eigenen Song im Radio hört“, sagt er. Dabei kann man ihn und seine Bandkollegen durchaus als alte Hasen bezeichnen. 2002 und 2008 siegten sie bei der Närrischen Hitparade des WDR, und ihre Touren zur Karnevalszeit führen sie bis ins Münsterland und Ruhrgebiet. In der letzten Session legten sie zu den Auftritten über 3600 Kilometer zurück.

Einige hartgesottene Fans sind auch „entgegenkommend“. Sie reisen von weither zu den oftmals nur 20-minütigen Auftritten bei den Veranstaltungen an, wie Sänger Reiner Jennißen weiß. Er ist das jüngste Herzblatt und seit rund eineinhalb Jahren an Bord. Im Gepäck hatte er nicht nur seine prägnante Stimme, sondern auch den Text zum Vorjahreshit „De Mamm“. Im Probenraum fand die Band schnell die passende Musik und fertig war der bisher größte Hit von Hätzblatt.

„Mit Reiner haben wir den idealen Sänger für Hätzblatt gefunden“, ist sich Bandgründer Viehausen sicher. „Nach ein, zwei Telefonaten war klar, dass wir zueinander passen. Ein Vorsingen gab es nicht.“ Warum auch? Jennißens Stimme war und ist unter anderem von der Coverband Just Is bestens bekannt. Den neuen Song „All dat es Heimat“ schrieb er im Urlaub auf Ibiza. „Heimat ist mehr als ein Ort, es ist ein gemeinsames Lebensgefühl“, sagt der Sänger, der im Hauptberuf Kriminalkommissar ist. „Vor allem aber wollten wir zeigen, dass man nicht nur ständig über bestimmte Städte singen muss, wenn man Heimat meint“, ergänzt Viehausen.

Mit dem Lied traf Hätzblatt den Nerv des Publikums und eines Kölner Musikverlages, der das Hitpotenzial des Songs erkannte und dafür sorgte, dass er auf Karnevals-Samplern veröffentlicht wurde. Die erste Karnevalsband hat bereits eine Coverversion in ihr aktuelles Programm aufgenommen.

Hätzblatt ist aber mehr als eine Stimmungsband mit Zugabe-Garantie für die Regionen mit fünfter Jahreszeit. Hätzblatt ist auch ein Generationenprojekt. Neben Christopher Viehausen ist nur noch Arnold Kowalski von der Urbesetzung dabei. Und so wie sich die Band personell weiterentwickelt hat, sollen auch inhaltlich neue Wege beschritten werden, wie Viehausen betont. „Das Experimentieren gehört bei einer Band dazu“, weiß er.

Das Heimatlied baut emotional auf dem Vorjahreshit „De Mamm“ auf und weist in die zukünftige Richtung von Hätzblatt. „Wir wollen Songs spielen, die hängenbleiben und eine Geschichte erzählen“, sagt auch Jennißen. Die beiden neuesten Stücke „funktionieren“ dementsprechend auch nach Aschermittwoch. Für große Gefühle gibt es eben keine Jahreszeit. Das Publikum werde sich deshalb nicht ändern, ist sich Viehausen sicher. Vielmehr werde es wachsen, denn die Menschen hätten die Möglichkeit, die Band völlig neu und außerhalb des Karnevals kennenzulernen.

Zunächst heißt es jedoch, beim Jeck Duell des WDR eine gute Figur zu machen und mit etwas Glück und Support durch die Fans auch diesmal wieder zu gewinnen.

(hewi)