AWO Mittelrhein prämiert Autoren

AWO-Journalistenpreis : Verschiedene Blicke auf die Gegensätze in der Gesellschaft

Die AWO Mittelrhein prämiert herausragende Veröffentlichungen zu sozialen Themen mit dem AWO-Mittelrhein-Journalistenpreis. In diesem Jahr fand die feierliche Preisverleihung beim AWO-Kreisverband Heinsberg und zwar in der historischen Waschkaue in Übach-Palenberg statt.

Beate Ruland, die Vorsitzende des Präsidiums der AWO Mittelrhein, hieß die Gäste zu der von Norbert Jeub moderierten Preisverleihung herzlich willkommen.

Überschriften wie „Unsere Gesellschaft bricht auseinander“ oder „Nie waren die Unterschiede zwischen den Menschen so groß“ hatten die AWO Mittelrhein dazu veranlasst, ihren seit 2011 ausgelobten Journalistenpreis in diesem Jahr unter das Motto „Verschieden oder doch gleich? Gegensätze in unserer Gesellschaft“ zu stellen. Der mit insgesamt 5000 Euro dotierte Preis ging an Journalisten, die durch ihre herausragenden publizistischen Leistungen in der lokalen Berichterstattung Menschen für soziale Notlagen sensibilisiert haben.

Die Jury hatte in den Kategorien Print, Hörfunk, TV und Nachwuchs Preisträger ernannt. In der Kategorie Print fiel die Wahl auf Lara Fritzsche mit ihrem im Magazin der Süddeutschen Zeitung erschienenen Artikel „Auf Tuchfühlung“. Einen Preis erhielt der Hörfunkbeitrag von Dominik Becker „BuWahl2017: Flüchtlinge aus Syrien über Demokratie und Wahlrecht“, der im Radio Köln veröffentlicht wurde. Die TV-Reportage „Marie will frei sein – Erwachsen werden mit Down-Syndrom“ war im WDR Fernsehen ausgestrahlt worden. Ilka aus der Mark und Christoph Goldeck hatten über zehn Jahre das Leben von Marie und ihrer Familie mit einem Fernsehteam begleitet. Zur Preisverleihung war auch die Hauptdarstellerin mit ihrer Familie angereist.

Schüler des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums in Bergisch Gladbach wurden mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet. Ihr Videoprojekt „Armut in Deutschland am Beispiel Bergisch Gladbach“ hatte die Jury auch dank seiner künstlerischen Qualitäten überzeugt.

Im Interview mit dem Moderator Norbert Jeub stellte die Vorsitzende Beate Ruland fest: „Die Frage, was uns als Gesellschaft zusammenhält und was uns spaltet, ist dringlicher denn je.“

Alle prämierten Beiträge, so Ruland, würden das Thema Gegensätze in unserer Gesellschaft aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Ruland: „Ihnen gemein ist jedoch, dass wir als Lesende, Sehende und Hörende die Möglichkeit haben, uns mit dem Thema auseinanderzusetzen. Unsere gesellschaftliche Aufgabe ist es, Gegensätze als Chancen zu begreifen.“

Andreas Wagner, Geschäftsführer der AWO im Kreis Heinsberg, verwies in seiner Ansprache auf die Beschäftigungsförderungsgesellschaft der AWO, die in der Waschkaue verortet sei und ein vielfältiges Angebot bereit halte wie arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und im Bereich der Flüchtlingsarbeit Sprachkurse.

Wagner: „200 Menschen suchen täglich diese Räumlichkeiten auf und schaffen es, durch und mit diesen Angeboten die Waschkaue in einen Ort des interkulturellen Austausches zu verwandeln.“

Simone Jesus-Antpöhler, ehemalige Teilnehmerin eines Angebotes der AWO-Service Übach-Palenberg hat inzwischen eine Karriere als Sängerin gestartet und unterhielt die Gäste der Preisverleihung mit Songs aus ihrem neuen Album „escolher“.

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