Autorin Eva Almstädt und liest in Heinsberg aus „Ostseeangst“

Autorenlesesung : Eva Almstädt und die „Ostseeangst“

Nachdem Eva Almstädt im Rahmen der „Ladies Crime Night“ erstmals in der Heinsberger Buchhandlung Gollenstede zu Gast gewesen war und dort zusammen mit ihren Kolleginnen Christine Drews und Sabine Weiß ihre Romane mit der Ermittlerin Pia Korittki vorgestellt hatte, war sie dieses Mal solo vor Ort mit ihrem neuen, inzwischen 14. Roman mit ihrer Protagonistin, der den Titel „Ostseeangst“ trägt.

Während einer Kajaktour finden Jugendliche in der Asche eines Lagerfeuers eine menschliche Hand. Die Lübecker Mordkommission ermittelt. Wäre das nicht schon schlimm genug, verschwindet in der folgenden Nacht auch noch deren Gruppenleiterin spurlos aus der Jugendherberge, und bei der Suche nach ihr wird in einem nahegelegenen Stall ein abgetrennter Unterarm gefunden. Er gehört jedoch nicht zu der verbrannten Hand.

Parallel beschreibt Eva Almstädt in ihrem neuen Buch auch das Leben der Kommissarin, das nach dem Tod ihres Freundes immer mehr aus den Fugen gerät. Als ein Konflikt mit Kollegen eskaliert, rät Pias Vorgesetzter ihr zu einer Auszeit. Aber dann bergen Taucher in einem See weitere Leichenteile.

Am Anfang habe sie gar nicht gewusst, dass aus einem Roman mit Pia Korittki einmal eine ganze Serie werden würde, erzählte Eva Almstädt zwischen den Passagen, die sie aus dem Buch vorlas. „Solange, wie ich Spaß habe und die Leser auch“, antwortete sie auf die Frage, wie viele Folgen es noch geben werde. Der Klappentext hinten auf dem Buch sei überhaupt immer der erste Text, den sie für ein Buch schreibe. Daraus werde dann ein längeres Exposé, und aus diesem heraus entwerfe sie dann zwischen 70 und 90 Szenen für ein neues Buch, an dem sie etwa ein Jahr arbeite. „So ein Buch ist ein gieriges, hungriges Monster. Das will viele Ideen haben“, sagte Eva Almstädt.

Auch viele eigene Erlebnisse verarbeite sie in ihren Büchern, gab sie auch dieses Mal wieder preis. So war sie tatsächlich an einer Tankstelle von einem Tramper angesprochen worden und hatte ihm erklärt: „Ich nehme als Frau prinzipiell keine Anhalter mit.“ Die prompte Antwort des Trampers sei dann die rhetorische Frage gewesen: „Aber was soll ich Ihnen denn tun?“ Genau so las die Autorin ihr Erlebnis auch vor, ist es doch Teil ihres neuen Buches geworden. Manchmal seien es eben diese Zufälle, die ihre Arbeit bereichern würden. Sehr oft müsse sie aber auch recherchieren, für dieses Buch zum Beispiel zum Thema Kajak. „Da bin ich auf Bekannte zugegangen und habe es auch selbst ausprobiert“, erzählte Eva Almstädt.

(anna)
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