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Autor Andrej Sorich und sein Mafia-Debütroman „Bratwa“

Autor Andrej Sorich : Besonderes Faible für Mafiageschichten

Andrej Sorich führt ein Doppelleben. Der 33-jährige ist bei der Volksbank Mönchengladbach für das Marketing zuständig. Doch darüber hinaus hat der Ehemann und zweifache Vater auch eine dunkle Seite. Die offenbart er in seinen Debütroman „Bratwa“, der nun erschienen ist.

Denn darin erzählt Sorich die rasante Geschichte von Dimitri Gregorenko, einem russischen Mafiakiller. Der Leser begleitet ihn bei seiner „Arbeit“, bis er auf einmal am Krankenbett seiner verschollen geglaubten Schwester steht – leider mit dem Auftrag, sie zu töten. Es folgt eine temporeiche Geschichte mit immer neuen Wendungen und Höhepunkten, die dem Leser keine Ruhe mehr lässt, bis er die letzte Seite gelesen hat.

„Ich mag die klassischen Mafiageschichten. Die meisten davon behandeln die italienische Mafia, dabei bietet die russische Mafia mindestens genauso viel Potenzial“, sagt Sorich. Geboren wurde er 1986 in Kirgistan und kam 1992 mit seinen Eltern nach Deutschland. Das Handwerk des Bankers lernte er bei der Volksbank Heinsberg von der Pike auf, bevor er nach einem Abstecher in die Versicherungsbranche 2013 bei der Volksbank Erkelenz an Bord ging und 2016 die Aufgabe der Kommunikation in der Genossenschaftsbank übernahm. Doch damit nicht genug, denn auch in seiner Freizeit ist Andrej Sorich überaus kommunikativ. So betreibt er unter anderem den Youtube-Kanal „Spielewelten“, auf dem er über neue Computerspiele berichtet und sie auch live testet. Das kann schon mal eine Weile dauern, doch dafür sind seine Zuschauer dann auch gut informiert. Und Zuschauer hat er zuhauf. Denn seinen regelmäßigen Content rufen bis zu 100.000 User auf.

Doch auch literarisch war er schon vor seinem Thriller „Bratwa“ aktiv. Allerdings in einem ganz anderen Genre. „Fantasy und Science Fiction haben mich schon früh interessiert“, sagt Sorich. Und so schrieb er Kurztexte, die die Fantasie der Leser durchaus forderten und sie in andere Welten und Realitäten entführten.

Das tut „Bratwa“ auch. Der Ich-Erzähler Dima lässt sich gleich bei der „Arbeit“ beobachten, als er im Auftrag seines Chefs einem säumigen Schuldner ins Bein schießt. Das tut er widerwillig und doch mit einer gewissen rationalen Kälte. Das Denken eines Mafiakillers, der kein anderes Leben kennt. Dima kam als Waise zur „Bratwa“, nachdem der Boss seinen Pflegevater erschossen hatte. So wuchs er auf nach den Regeln und Gesetzen dieser „Bruderschaft“. Die Auseinandersetzung damit zieht sich wie ein roter Faden durch die temporeiche Erzählung. Als er nach dem geschäftsbedingten Schuss ins Bein des Restaurantbesitzers an sich Feierabend hätte, bekommt er einen Spezialauftrag. Dieser führt ihn ins Krankenhaus und ändert sein Leben schlagartig. Denn nun wird er vom Jäger zum Gejagten. Es beginnt eine Jagd durch eine anonyme Stadt, in der selbst die Polizei irgendwie mit den Mafiaclans unter einer Decke steckt.

Der Roman überzeugte die Literaturagentin Karin Welters aus Mönchengladbach, an die sich Sorich wendete. Denn sie gründete einen Verlag und brachte das Debütwerk des jungen Autors kurzerhand selbst heraus.

Nun hat Andrej Sorich Blut geleckt. Denn er schreibt bereits am nächsten Thriller. Man darf gespannt sein.