Ausstellung "We – the six million" in der Realschule Ratheim

Ausstellung : Biografien erinnern an menschliche Schicksale

„Wir als Schule ohne Rassismus sind stolz darauf, die Ausstellung ,We – the six million – Lebenswege von Opfern der Shoa aus dem westlichen Rheinland’ zeigen zu dürfen.“ Mit diesen Worten eröffnete Sven Hagen, Leiter der Realschule Ratheim, die Ausstellung.

Gleichzeitig erinnerte der Schulleiter an das Schicksal der Sinti und Roma sowie Homosexuellen zur Zeit des NS-Regimes. Das Institut für katholische Theologie der RWTH Aachen unter der Leitung von Professor Guido Meyer hat die Wanderausstellung konzipiert.

Der Inhalt dieser Ausstellung, die im Wochentakt in einer anderen Schule gezeigt wird, verdeutlicht die Ausgrenzung, Stigmatisierung, Vertreibung und Ermordung der sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkrieges. Dies geschieht in erster Linie anschaulich anhand einzelner Biografien jüdischer Mitbürger aus der Stadt beziehungsweise dem erweiterten Umland von Aachen.

Wie Professor Meyer in kurzen Worten schilderte, sorgt das Institut für ein erweitertes Bildungsangebot. „Eure Generation bekommt den Auftrag, nicht zu vergessen. Die Ausstellung soll gleichzeitig eine Begegnung ermöglichen“, so Professor Guido Meyer.

Sehr eindrucksvoll wird auf großen Schautafeln gezeigt, wie Menschen Opfer eines totalitären Regimes wurden. Erinnert wird an diejenigen, die in den Todeslagern der Nazis ihr Leben ließen oder an Menschen, denen es gelang, Deutschland zu verlassen und in England, Palästina, oder Nord- und Südamerika ein neues Leben zu beginnen.

Als einen Glücksfall bezeichnete Schulleiter Sven Hagen die Anwesenheit der Familie Godin, Nachkommen von Opfern des Nazi-Regimes, die eigens zu dieser Ausstellung aus Amerika nach Deutschland angereist waren. Ausgesuchte Schülerinnen und Schüler hatten nach der Eröffnung der Ausstellung die Gelegenheit zum Austausch mit den Gästen aus den Vereinigten Staaten.

(gp)