Erkelenz: Ausstellung „Vielfalt der Kunst“: „Wir holen uns das Museum ins Haus“

Erkelenz : Ausstellung „Vielfalt der Kunst“: „Wir holen uns das Museum ins Haus“

„Wir haben wieder eine Ausstellung im Haus. Die Bilder sind diesmal nicht aus einer Hand, sondern ein ganzer Künstlerkreis stellt aus.“ Mit diesen Worten wandte sich Gaby Kerst, Leiterin des Sozialen Dienstes im Johanniter-Stift Erkelenz, an die Bewohner und Besucher bei der Eröffnung der Ausstellung „Vielfalt der Kunst“ der Mittwochsgruppe des Erkelenzer Kunsttreffs im Restaurant der Einrichtung.

Sie stellte fest, dass technisch wie motivisch ganz unterschiedliche Werke drei Monate lang zu sehen sind. „Wir holen uns das Museum ins Haus, da viele Bewohner nicht die Möglichkeit haben, in Städten Ausstellungen zu besuchen“, fügte sie erklärend hinzu.

Das Wort übergab sie an die Stellvertretende Bürgermeisterin Astrid Wolters, die eine kurze Einführung gab. Seit einiger Zeit treffe sich mittwochs eine Gruppe im Erkelenzer Kunsttreff, dem Atelier von Elke Bürger an der Ostpromenade, wo Bilder und Skulpturen gefertigt und Kurse angeboten würden. Diese Mittwochsgruppe habe die Ausstellung mit ganz unterschiedlichen Arbeiten gestaltet. Es seien alles Hobbykünstler, die ohne Zwang ihre Augen und ihren Sinn bezüglich Technik, Materialkunde und Idee schulen würden und von denen einige bereits seit mindestens zehn Jahren malen, andere erst seit einem Jahr. „Sie sollten sich deshalb Zeit nehmen, die Bilder zu betrachten“, empfahl Astrid Wolters.

Tatsächlich braucht es Zeit, die verschiedenen Bilder der Aussteller Silvia Knippertz, Daniela Langerbeins, Renate Stille, Elke Bürger, Renate Gurk-Immerath, Zeljko Lazic und Hiltrud Zaunbrecher zu betrachten. Zu sehen sind Landschaften, gebildet aus expressiven farbigen Strichen. Wer nachfragt, erfährt, dass hier mit den Händen intuitiv und ganz ohne Vorgaben gemalt wurde.

Vom Spiel der Farben lebt auch jenes Bild, das einen Birkenstamm zeigt. Auch die Porträts, verfremdet mit expressiven Farben, fallen ins Auge. Zu den gegenständlichen Motiven zählen farbige Porträts vom Vogel Strauß ebenso wie Papageien, eine Schneeeule und Klatschmohn.

An die gegenwärtige närrische Zeit knüpft das Porträt eines Clowns an. Ins Schmunzeln kommt der Betrachter beim Anblick des Frosches, der es sich im Maul eines Krokodils bequem gemacht hat und auf einem weiteren Bild an den Zähnen des Krokodils hängt. Daneben fallen jene Bilder auf, die nur in schwarz-weiß gemalt wurden wie das Porträt einer Frau oder die Schneelandschaften. Heraus sticht auch ein Bild von Venedig. Wurde doch hier die Silhouette der Brücken und Häuser nur mit einem weißen Pinselstrich auf einem pastösen Untergrund dargestellt.

Alles in allem braucht es Zeit, die technisch wie motivisch unterschiedlichen Bilder zu erfassen.