Ausstellung „Die Ruraue im Blick der Maler und Fotografen“

Rurauen-Ausstellung im Bergfried : Heimische Oasen künstlerisch festgehalten

Lebt er doch selbst in Ophoven direkt an der Ruraue, freute sich Bürgermeister Manfred Winkens in seiner Begrüßung natürlich sehr über das Thema, dem sich die neue Ausstellung des Wassenberger Heimatvereins im Bergfried widmet. „Die Ruraue im Blick der Maler und Fotografen“ lautet ihr Titel.

Werke von 14 Malern sind in der Ausstellung zu sehen, die einen Blick in die Ruraue über die Zeit hinweg von Jülich bis an die niederländische Grenze bei Heinsberg-Karken ermöglichen. Auf der zweiten Ebene des Bergfrieds zeigt die Ausstellung zudem aktuelle Fotografien von Hans-Josef Jansen und von Eric Hermanns, Mitglied der AG Auenherz im Heimatverein. Hinzu kommen Fotografien, die aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts stammen und noch die alte Rurbrücke in Orsbeck zeigen, sowie weitere Gemälde von Vertretern der Düsseldorfer Malerschule, die eine Sicht auf die Rheinaue ermöglichen.

Weiter doppelten Grund zur Freude hatte Winkens aber auch, weil er bei der Vernissage Michel Saran wiedertraf, der einst sein Kunstlehrer und später sein Lehrerkollege am Heinsberger Kreisgymnasium war, zudem das Gemälde mit der Ansicht Wassenbergs aus seinem Büro als ein zentrales Werk der Ausstellung zu sehen ist. Nicht zuletzt erinnerte er sich bei der Betrachtung der Werke von August Lentz in der Ausstellung daran, dass auch dieser Künstler einst sein Kunstlehrer war und er bei ihm die Kunst des Linolschnitts erlernt hatte.

Die Beschäftigung mit der Kunsthistorie sei eine neue Richtung, die der Wassenberger Heimatverein jetzt einschlage, betonte Walter Kurzweg, Kurator der Ausstellung. Die bildende Kunst habe auch in der Vergangenheit in der Region schon eine immense Rolle gespielt. Besonders freute er sich über die Werke von Lentz in der Ausstellung.

Er sei zu seiner Zeit mit seinem Skizzenbuch in die Ruraue gefahren, die damals noch unzugänglich und feucht gewesen sei. Entstanden seien die in der Ausstellung gezeigten Werke ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. Zu sehen seien Motive der Ruraue, deren Flächen später an die Landwirtschaft und auch an die Industrie verlorengegangen seien. „Kleine Oasen sind noch da, die sollten wir hüten und schützen“, fügte er hinzu. Und vielleicht leiste die Ausstellung ja auch ihren Beitrag dazu, dass diese Gebiete schützenswert seien.

Sodann führte Kurzweg die Besucher in die Betrachtung der mehr als 20 Gemälde auf der ersten Etage ein. Interessant war zudem die Einordnung der Maler in die Gegebenheiten ihrer Zeit durch Saran. Die Landschaftsmalerei gebe es seit rund 150 Jahren, erklärte er. Zuvor hätten die Maler immer Ideallandschaften konstruiert. Die ersten Bilder von Landschaftsmalern seien bespuckt worden, erzählte er weiter. „Das war doch keine Kunst, weil man das ja sehen konnte draußen“, hätten sich die Betrachter empört.

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