Hückelhoven-Ratheim: Ausstellung „Begegnung“: Dasselbe Ziel trotz großer Unterschiede

Hückelhoven-Ratheim: Ausstellung „Begegnung“: Dasselbe Ziel trotz großer Unterschiede

Im Ratheimer Rathaus präsentiert der Kunstverein Canthe eine Begegnung der besonderen Art. Die Künstlerin Renate Schell trifft auf ihren Kollegen Dirk Gottfriedt. Malerei in hellen Farben trifft auf klare und gerade Formensprache in Bild und Skulptur.

Bei der Eröffnung führte der Aachener Kunsthistoriker Josef Gülpers in die Besonderheiten beider Künstler und ihrer Werke ein. Durch Begegnungen können neue Dinge entstehen und neue Impulse aufgenommen werden, sagte der Canthe-Vorsitzende Hans Latour. Was sich da begegnet, das erläuterte Gülpers in fachkundigen Worten. Dabei nahm er Bezug zu den Lebenswegen der beiden Künstler.

So hat Renate Schell bei Professor Ernst Wille in Aachen studiert, was ihren Umgang mit Farben und Konturen beeinflusst hat. Dabei stehe der Mensch im Mittelpunkt ihres Schaffens, obwohl nur auf einem Bild eine schemenhafte menschliche Figur dargestellt ist. „Stillstand bedeutet Tod“ laute ihr Credo, das auch in den Bildern zum Ausdruck kommt. Vergehende Früchte bilden gleichzeitig die Basis für neues Leben. Leitern bilden in ihren Bildern den Übergang vom Hier zum Dort, eine Weiterentwicklung und die Möglichkeit zum Übergang.

Auf der anderen Seite klare Formen, klare Linien. Sieben Zwölftel eines Kreises als perfekte Verkörperung der Öffnung und Hinwendung. Gottfriedts Skulpturen setzen diese Formensprache konsequent um. Für seine Skulpturen benutzt der Künstler, der an der Düsseldorfer Kunstakademie gelernt hat, Eisen ein, das er schweißt oder verschraubt. Beiden Werken wird Rost als voranschreitendes Element des Werkes gesehen. Neu ist auch die bildliche Umsetzung des Formenthemas in klaren und aufmerksamkeitsstarken farben.

Beide Arbeitsstile verfolgen letztlich dasselbe Ziel, wobei sie doch auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht hätten sein können. Der Titel „Begegnung“ ist somit durchaus auf den Punkt gebracht. Am 9. und 10. Mai ist die Ausstellung wegen einer anderen Nutzung des Rathauses nicht geöffnet.

(hewi)