Hückelhoven-Millich: Außergewöhnliche Kunst: Archaische Arbeiten und neue Geschichten

Hückelhoven-Millich: Außergewöhnliche Kunst: Archaische Arbeiten und neue Geschichten

Die Aachener Künstlerin Sabine Jansen ist derzeit mit ihren „malerischen Zeichnungen“ und Installationen im Millicher Künstlertreff Eesdron zu Gast. Die Künstlerin betonte bei der Ausstellungseröffnung, dass es für sie eine Ehre sei, im Atelier des verstorbenen Künstlers Hans Peter Trampert ihre Arbeiten präsentieren zu können.

Denn ebenso wie sie sei er ein Künstler gewesen, der „dem Betrachter seiner Kunst immer viel gedanklichen Raum gegeben“ habe. So habe er auf scheinbar leichte Weise Kommunikation in Gang gesetzt, die „nicht nur verbaler Natur“ war. Bei ihrer Auswahl der Exponate für Millich habe sie den Fokus auf Werke gelegt, die Geschichten erzählen, „die man zur einen Hälfte selbst mitbringt“.

Neben den Zeichnungen hat Jansen auch Draht- und Papierobjekte mitgebracht, die sich im Dialog mit dem Raum präsentieren. So zum Beispiel die große Bodeninstallation, die mittig den Ausstellungsraum füllt und die Besucher in ihren Bann zieht.

Auch Mitorganisatorin Steffie Mosburger-Dalz zeigte sich bei der Vernissage von der Installation beeindruckt und wies auf die Bewegung hin, die die statische bodenbedeckende Installation implizierte. Wie eine Serie verwelkender Blüten mutet das Werk mit dem französischen Titel „Femme“ an. Auch Jansen hob hervor, dass die Gruppe von blütenartigen Gebilden etwas Verdorrendes assoziieren lasse.

„Wie etwas, das sich im Übergang befindet.“ Umso erhellender dann ihre Erklärung: Denn inspiriert wurde sie dazu an der Nordsee, wo ihr die Kolonien von Seepocken an den Wellenbrechern aufgefallen waren. Kleine Lebewesen, die in der Gezeitenzone stranden, sich mit dem Kopf festhalten und so Siedlungen bilden, die für den Betrachter etwas Konstruiertes oder Gewolltes haben. Und das tun diese kleinen Lebewesen schon seit Anbeginn des Lebens auf der Erde, seit rund 400 Millionen Jahren.

Ihre kreative Annäherung an die Seepocke hat Jansen auch in einem Buch festgehalten, das noch längst nicht vollendet ist. Diese archaischen Lebensstrukturen, die sie in dem Werk dargestellt habe, ließen jedoch auch andere Assoziationen zu, die aus dem Betrachter selbst kommen.

Auch ihre Zeichnungen beschreiten neue Wege. So stellt Jansen auch eine Reihe von Skizzen aus, in denen sie das Modulieren eines Klangkünstlers mit seiner Stimme grafisch und schriftlich festgehalten hat. „Respekt vor dem Sein ist der Motor des Zeichnens“, betonte die Künstlerin im Künstertreff Eesdron.

(hewi)
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