Kommentar zu Gleichstellung von Frauen: Ausschreibungen der bessere Weg

Kommentar zu Gleichstellung von Frauen : Ausschreibungen der bessere Weg

Warum es immer noch so wenige Frauen in Führungspositionen gibt, scheint bis heute ein ungelöstes Rätsel zu sein. Mögliche Antwortversuche spiegeln dies wider.

Die Netzwerke der Männer wissen es zu verhindern, sagen die einen, die Rolle der Frau in der Kindererziehung sei schuld, die anderen. Auch stünden sie sich selbst im Weg oder seien schlichtweg nicht so karrieregeil wie ihre männlichen Kollegen.

Vermutlich ist an alledem tatsächlich etwas Wahres dran. Aber letztlich müssen sich Kommunen wie die Stadt Heinsberg und andere im Kreis doch fragen lassen, warum sie sich offenbar so vehement dagegen sträuben, Führungspositionen zumindest innerhalb der Verwaltungen auszuschreiben, so dass sich jeder offiziell darauf bewerben kann.

Selbst bei kleineren Verwaltungsapparaten wird dies nicht nur eine Vergleichbarkeit der Bewerber erleichtern, es würde vielleicht auch für weibliche Interessenten eine leichter zu nehmende Einstiegshürde bedeuten.

Dass jeder mit „dem Chef“ sprechen kann, wenn er „mal eine Führungskraft werden möchte“, ist zwar löblich gedacht, aber in seiner männlichen Rustikalität nicht gerade das Prozedere, in dem Frauen sich nach jahrzehntelanger Führungsabstinenz gleich geübt und wohlfühlen dürften.

Mehr von Aachener Zeitung