Heinsberg: „Auf ein Wort mit...“: Enkelin des „Schlächters von Plaszow“ kommt

Heinsberg : „Auf ein Wort mit...“: Enkelin des „Schlächters von Plaszow“ kommt

Es ist ein Schock, der ihr ganzes Selbstverständnis erschüttert: Mit 38 Jahren erfährt Jennifer Teege durch einen Zufall, wer sie ist. In einer Bibliothek findet sie ein Buch über ihre Mutter und ihren Großvater Amon Göth. Millionen Menschen kennen Göths Geschichte.

In Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“ ist der brutale KZ-Kommandant der Saufkumpan und Gegenspieler des Judenretters Oskar Schindler. Göth, der auch der „Schlächter von Plaszow“ genannt wurde, war verantwortlich für den Tod tausender Menschen und wurde 1946 gehängt. Seine Lebensgefährtin Ruth Irene, Jennifer Teeges geliebte Großmutter, begeht 1983 Selbstmord.

Jennifer Teege selbst sagt heute: „Mein Großvater hätte mich erschossen.“ Denn sie ist das farbige Kind eines Nigerianers. In unserer Gesprächsreihe „Auf ein Wort mit...“ wird sich Jennifer Teege am Dienstag, 26. November, ab 20 Uhr in der Buchhandlung Gollenstede, Hochstraße 127, den Fragen von Rainer Herwartz stellen, dem Leiter unserer Lokalredaktion.

Jennifer Teege wurde bei Adoptiveltern groß und hat danach in Israel studiert. Jetzt ist sie mit einem Familiengeheimnis konfrontiert, das sie nicht mehr ruhen lässt. Wie kann sie ihren jüdischen Freunden noch unter die Augen treten? Und was soll sie ihren eigenen Kindern erzählen? Jennifer Teege beschäftigt sich intensiv mit der Vergangenheit. Sie trifft ihre Mutter wieder, die sie viele Jahre nicht gesehen hat. Gemeinsam mit der Journalistin Nikola Sellmair recherchiert sie ihre Familiengeschichte, sucht die Orte der Vergangenheit noch einmal auf, reist nach Polen und Israel.

Jennifer Teege wurde mit vier Wochen ins Kinderheim gebracht, mit sieben Jahren zur Adoption freigegeben. Sie hat vier Jahre in Israel gelebt und dort studiert. Jetzt lebt sie in Hamburg. Karten für die Veranstaltung sind in unseren Ticket-Shops und bei der Buchhandlung Gollenstede in Heinsberg erhältlich.