Auf Augenhöhe mit Lesen, Schreiben und Rechnen

Digitale Bildung : Auf Augenhöhe mit Lesen, Schreiben und Rechnen

Die Stadt Wassenberg und die Betty-Reis-Gesamtschule vermeldeten schon im November letzten Jahres die Installation eines schulweiten WLAN. Was die Schule mit dieser Infrastrukturbereitstellung macht und wie sie dieses Potenzial des schnellen Netzwerkes für die Unterrichtsentwicklung und digitale Bildung nutzt, dazu nahmen Helmut Frohn, Dr. Ludger Hermann und Lars Reitze jetzt ausführlich Stellung.

 „Digitale Medien wie Smartphones, Tablets und Computer sind Teil der Lebenswirklichkeit, auch der unserer Schüler“, betonte der stellvertretende Schulleiter Helmut Frohn. Dem stelle sich die Schule mit ihrem Medienkonzept, welches Bestandteil des Schulprogramms sei. So heißt es im Vorwort des Konzeptes, dass die digitale Bildung mit den vermittelten digitalen Schlüsselkompetenzen als vierte Kulturtechnik Rechnen, Schreiben und Lesen ergänze.

Diese Schlüsselkompetenzen beinhalten Medienkompetenz, Anwendungswissen und informatorische Grundkenntnisse ebenso wie das Denken in Zusammenhängen und Kreativität. Entlang der im Medienpass NRW aufgeführten Unterrichtsbausteine sind Kompetenzen beschrieben, die vom Bedienen und Anwenden über das Informieren und Recherchieren, Kommunizieren und Kooperieren sowie das Produzieren und Präsentieren bis zum Analysieren und Reflektieren reichen.

Beteiligt daran seien grundsätzlich alle Fächer. Mit dem neuen WLAN erhalte das mobile Lernen an jedem Ort der Schule einen neuen Schub, betonten unisono Frohn, Hermann und Reitze. „Auf der Grundlage unserer pädagogischen und ethischen Werte, zu denen unter anderem die Schulprogrammbausteine „gute gesunde Schule“, „Chancengleichheit“, „Europaschule“ und „Gewaltfreies Lernen“ gehören, erfolgt auch die digitale Bildungs- und Erziehungsarbeit an der Betty-Reis“, erläuterte der didaktische Leiter Dr. Ludger Hermann. Insofern verberge sich beim Begriff „Smartschule“ mehr als eine eindimensionale Ausrichtung an reiner Digitaltechnik. „Wir arbeiten weiterhin mit Kopf, Herz und Hand“, betonte Hermann den ganzheitlichen Bildungsansatz. Belege für ein verantwortungsvolles Miteinander seien nicht zuletzt ausgebildete Medienscouts der 9. Jahrgänge, die ihren Mitschülern in den Jahrgängen 5 und 6 in Sachen Medienkompetenz zur Seite stünden. Zudem gelte weiterhin, dass die Kosten für die digitale Bildung nicht auf die Eltern umgelegt würden.

Neben vier Computerräumen und einem Selbstlernzentrum befänden sich in allen Klassen- und Fachräumen ein Netz-Zugang zum pädagogischen Schulserver sowie Präsentationseinheiten. Das WLAN werde durch Jugendschutzfilter und eine effektive Zugangsregelung gesteuert. Die unterrichtliche Nutzung des pädagogischen Netzwerkes und Schulservers stehe im Vordergrund. Der Zugang zum pädagogischen Netzwerk sei nur über eine individuelle Zugangskennung und ein persönliches Passwort möglich. Eine Nutzungsordnung als Bestandteil der Schulordnung würde zuvor von Schülern und Erziehungsberechtigten unterzeichnet, beschrieb Medienberater Reitze den Status Quo der digitalen Infrastruktur.

Für das Kollegium realisiere sich das „Smartschulkonzept“ in Form eines virtuellen Lehrerzimmers. Dort erfolge die Bereitstellung von Tischvorlagen für Konferenzen, der Austausch von Informationen, das Buchen von Ressourcen wie den Computerräumen sowie die Hinterlegung aller dienstlichen Mails, ergänzte Frohn die weitere Nutzung der digitalen Ausstattung.

(jb)