Heinsberg-Oberbruch: Auch der Schirmherr trommelt: Verein „Wir für Ruanda“ feiert

Heinsberg-Oberbruch: Auch der Schirmherr trommelt: Verein „Wir für Ruanda“ feiert

Wer am Wochenende durch das eigens gebaute und mit großen Maisstauden geschmückte Eingangstor den Schulhof der Oberbrucher Realschule betrat, wurde schon allein durch vielerlei interessante Klänge und Gerüche mitgenommen gen Afrika.

Für zwei Tage hatte der Hilfsverein „Wir für Ruanda ACA (Action Central Africa) — Hilfswerk für das Zentrale Afrika“ zu seinem bekannt bunten, zweitägigen Ruandafest eingeladen. Strömender Regen sorgte dabei allerdings schon zum Auftakt für Verzögerungen. Doch auch für die wenigen Besucher, die gekommen waren, trommelte Fatima Deckers zum Auftakt, nicht allein, sondern gleich zusammen mit dem Vereinsvorsitzenden Dr. Bernd Bierbaum und Bürgermeister Wolfgang Dieder, dem Schirmherrn des diesjährigen Festes.

David (l.) und Jerico sind Kindergartenfreunde aus Arsbeck.

„Ist das keine schöne Milchschnitte, zwei weiße Männer und ich als Schokolade mittendrin“, strahlte sie. Die Anspielung auf das Wort „Schirmherr“ ließ Dieder in Bierbaums Begrüßung dann aber nicht gelten. „Es hat schon geregnet, als ich kam“, verteidigte er sich schmunzelnd. Während die orientalische Bauchtanzgruppe „Inanna“ auf der Bühne folgte, schnitt Dieder in der Cafeteria die „Ruandatorte“ an. Weiter führte der Rundgang durch eine interessante Ausstellung von Hobbykünstlern, bei der eine Teilnehmerin sogar Einblick in ihre Kunst des Klöppelns gab.

Vereinsvorsitzender Dr. Bernd Bierbaum (l.) und Bürgermeister Wolfgang Dieder als Schirmherr trommelten gemeinsam mit Fatima Deckers.

Mehr Besucher hätten sich die Künstler ebenso gewünscht wie die Ehrenamtler, die sich draußen im Trödelmarkt, an Verkaufsständen oder in der Autoausstellung engagierten. Neben vielen gespendeten Kuchen in der Cafeteria fehlten auch die typisch deutschen Fest-Leckereien wie Reibekuchen, Grillwürstchen und Pommes nicht.

Interessanter zu entdecken waren da allerdings die Teigtaschen, die gegrillten Kochbananen oder die Erdnusssuppe bei den Damen aus Ghana, Mosambik und Südafrika sowie — erstmals beim „Ruandafest“ — die Spezialitäten aus Indien. Auf der Bühne ging es weiter mit dem Musical über den afrikanischen Riesen „Abiyoyo“. Gespielt wurde es von Schülern der St.-Martin-Schule Bitburg, einer Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche und motorische Entwicklung. Sie ist eine der fünf Partnerschulen von „Amizero Y‘ Ubuzima“, dem von dem Oberbrucher Verein gegründeten Zentrum für Kinder mit geistiger Behinderung in Ruanda.

Abgerundet wurde das Programm am Samstag durch Trommlerin Fatima Deckers und Gitarrist Jürgen Wellens, Prof. Bottleneck und Band sowie die Gruppen „Strings and Voices“ und „Back Slash“. „Mit Jesus Barrieren überwinden“ lautete das Thema eines ökumenischen Gottesdienstes zum Auftakt am gestrigen Vormittag mit dem evangelischen Pfarrer Sebastian Walde, dem Gehörlosenseelsorger Diakon Josef Rothkopf und dem Behindertenseelsorger Peter Derichs.

Behinderte Menschen aus der Heinsberger Wohnstätte der Lebenshilfe verdeutlichten den Gottesdienstbesuchern dabei, welche Barrieren ihnen das Leben noch schwer machen. Im Kulturprogramm des Sonntags engagierten sich der Schachtchor Sophia-Jacoba aus Hückelhoven, die orientalische Tanzgruppe „Couscous“ und die portugiesische „Grupo de Dancas e Cantares de Ribatejo“. Musikalisch abgerundet wurde es durch Gitarrist Wellens sowie „Frankie and the Dubious Brothers“. Den Abschluss bildete die Ziehung der Preise aus der Tombola.

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