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Selfkant: Anwohner kritisieren Pläne für Sportpark in Höngen

Selfkant : Anwohner kritisieren Pläne für Sportpark in Höngen

Die Sitzung des Ausschusses für Verkehr, Bauen und Umwelt der Gemeinde Selfkant verlief diesmal recht zügig. Allerdings wurde nachher auf dem Rathausparkplatz noch heftig unter Politikern, dem Bürgermeister Herbert Corsten (CDU) und Anwohnern des geplanten Sportparks in Höngen diskutiert.

Bereits während der Ausschusssitzung wollten einige Anwohner unter dem Punkt „Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Selfkant N20 Höngen, Integrativer Sportpark“ Fragen stellen. Vergeblich, denn das ist in diesem Gremium nicht möglich, sondern erst in der Ratssitzung in der kommenden Woche.

Mehr Verkehr: Anwohner fürchten, dass der Verkehr durch den neuen Sportpark stark zunehmen wird.

Mittlerweile haben die Anwohner ihrem Ärger in einem Brief an den Bürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden Luft gemacht: „Sportpark ja. Aber nicht auf Kosten der Anwohner“, heißt es darin.

Die Anwohner verließen nach der Abstimmung des Punktes gemeinsam den Zuhörerbereich im Ratssaal. Nach der Ausschusssitzung wurde mit einigen Politikern eine faire Diskussionsrunde ausgetragen. Die Anwohner sind nach einigen Planungsänderungen in Sorge: Sie befürchten Lärmbelästigung, Raserei und sprechen davon, dass der Parkplatz an der Pfarrer-Mensing-Straße zu einem „Drogenumschlagplatz“ geworden sei. Letzteres Problem könnte sich ihrer Ansicht nach auf den neuen Parkplatz verlagern, der direkt an ihre Gärten grenzen soll.

Bürgermeister Corsten versprach, den Plan nach Fertigstellung den Bürgern vorzulegen, dies könne jedoch noch etliche Wochen dauern. Es war den Bürgern zu Ohren gekommen, dass bald mit den Bauarbeiten begonnen würde. „Das stimmt nicht“, sagte Corsten. An diesem Abend sei es lediglich um die Änderung des Flächennutzungsplanes für das Areal an der Straße Op de Berg gegangen.

Der Unmut einiger Anwohner der Westerholzer Straße bezieht sich auf den Verkauf der Grundstücke. „Hätte ich gewusst, dass direkt an meinen Grundstück ein Parkplatz entsteht, hätte ich nie verkauft“, so ein Anwohner. Wobei laut Corsten die Planungen generell neu zu überarbeiten seien, da auch eine Laufbahn noch nicht berücksichtigt wurde.

Weiter sagte er, dass an Westerholzer Straße und im weiteren Gelände ein Schutzwall errichtet werden soll. Das gelte nicht für den Bereich zur Straße Op de Berg und zu Schulgebäude und Kindergarten. „Wenn der endgültige Plan vorliegt, dann setzen wir uns zusammen“, wollte Herbert Corsten die Anwohner beruhigen.

In dem nun vorliegenden Schreiben der Anwohner heißt es: „Mit dem Kauf unserer Immobilien haben wir uns bewusst für die Ortsrandlage entschieden. Mit dem Bau der geplanten Sportanlage sehen wir die Vorzüge dessen gefährdet.“

Und sie führen folgende Aspekte auf: Das Verkehrsaufkommen auf der Straße Op de Berg sei gerade zu den Bring- und Holzeiten des Kindergartens und der Schule immens, zudem werde diese enge Straße als Rennstrecke benutzt. Es sei schon mehrfach zu gefährlichen Situationen gekommen. Mit dem Bau des Sportparks befürchten sie eine Verschlimmerung der ohnehin in ihren Augen unhaltbaren Situation. Mehr Autos, mehr Raser und mehr Belästigung durch „halbstarke Jugendliche“, die nachts „Autorennen“ veranstalteten.

Und ein weiterer Punkt ist den Familien ein Dorn im Auge: Der derzeitige Parkplatz des Sportplatzes sei ein „Drogenumschlagplatz“ geworden. Und da die neuen Parkplätze so eingeplant sind, dass sie unmittelbar an die Grundstücke der Anwohner grenzen, befürchten sie, dass sich dieser zweifelhafte Anlaufpunkt an ihre Gartengrenze verlagert. „Wir sind nicht bereit, die Umsiedlung des Parkplatzes und die damit verbundenen Probleme hinter unseren Gartentüren zu tolerieren. Wir fürchten um unsere Sicherheit und um die unserer Kinder“, heißt es in dem Schreiben.

Am Bau der Sportanlage wollten die Anwohner jedoch nicht rütteln. „Allerdings möchten wir nicht gezwungen werden, unsere Wohnqualität gegen das Freizeitvergnügen anderer Bürger einzutauschen.“ Und: „Sollte es dennoch zu Lärmbelästigungen oder anderen Einschränkungen unserer Wohn- und Lebensqualität kommen, werden wir massiv dagegen vorgehen.“