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Übergabe durch den Heimatverein: Alter Immerather Portalbogen bleibt der Nachwelt erhalten

Übergabe durch den Heimatverein : Alter Immerather Portalbogen bleibt der Nachwelt erhalten

Bei Grabungen im Jahre 2018 auf der Fläche des abgebrochenen „Immerather Doms“ wurden mehrere Bauteile des vorherigen Kirchenbaus gefunden und erhalten. Nun wurde ein Portalbogen offiziell in Immerath (neu) aufgestellt.

Am Patronatsfest des Heiligen Lambertus wurde der Portalbogen der Immerather Kirche von 1767 offiziell vom Heimatverein der Erkelenzer Lande der Pfarrgemeinde Christkönig beziehungsweise der Kapellengemeinde Sankt Lambertus Immerath übergeben.

Der Vorsitzende des Heimatvereins, Günther Merkens, erklärte unter anderem: „Mit der Ar­beit und den Spen­den ha­ben al­le Beteiligten ein wert­vol­les Kul­tur­denk­mal aus dem al­ten Im­mer­ath er­hal­ten und sicht­bar ge­macht.“ Der Bo­gen sei ein Zei­chen der Er­in­ne­rung an die ver­lo­re­ne Hei­mat“. Kaplan Philipp Schmitz betonte für die Pfarrgemeinde Christkönig, als Kir­chen­ge­mein­de sei man Op­fer und nicht Tä­ter der Um­sied­lung. Es sei tröst­lich, dass es im­mer noch die Ka­pel­len­ge­mein­de St. Lam­ber­tus ge­be.

Bürgermeister Stephan Muckel meinte: „Wir sind Op­fer der Um­sied­lung. Wir woll­ten das al­les nicht, aber wir ha­ben das Bes­te dar­aus ge­macht.“ In Im­mer­ath hät­ten es die Men­schen nach der Um­sied­lung ge­schafft, nach vor­ne zu schau­en, Zu­sam­men­halt und Ge­mein­schaft zu schaf­fen. Der Blick auf die Her­kunft dür­fe nicht ver­lo­ren ge­hen. Da­zu tra­ge der Por­tal­bo­gen aus dem al­ten Immerather Dom an der neu­en Ka­pel­le bei.

Da­mit die Be­trach­ter des Bo­gens wis­sen, was sie se­hen, hat der Erkelenzer Bild­hau­er Mi­cha­el Fran­ke zwei Bron­ze­ta­feln ge­schaf­fen, auf de­nen die Chro­no­lo­gie der sechs Kir­chen in Im­mer­ath und die Ge­schich­te des ge­ret­te­ten Por­tal­bo­gens nach­les­bar sind. Au­ßer­dem wer­den noch QR-Codes an­ge­bracht, die auf das Vir­tu­el­le Mu­se­um ver­wei­sen.

Im Zuge der Grabungen im Jahre 2018 auf der Fläche des abgebrochenen „Immerather Doms“ wurden mehrere Bauteile des vorherigen Kirchenbaus in einer beim Abbruch von 1888 vor Ort verbliebenen Planierschicht gefunden, so beispielsweise der Portalbogen aus Blaustein von 1767, der an der Nordseite des Westturmes entdeckt wurde. Er überspannte den im Westturm – von 1767 bis 1770 komplett erneuert – gelegenen Haupteingang der Kirche.

Der Portalbogen von 1767 ist typisch für eine alte rheinische Dorfkirche. Früher gab es diese in nahezu jedem Dorf. Im Zuge der raschen Bevölkerungszunahme und einer allgemeinen Prosperität der ländlichen Regionen sind die alten Dorfkirchen insbesondere im letzten Drittel des 19. und frühen 20. Jahrhunderts fast überall größeren und vollständigen Neubauten, die vorwiegend im neogotischen Stil gehalten sind, gewichen – auch im Erkelenzer Land, beispielsweise in Venrath und Holzweiler. Daher kommt dem Portalbogen exemplarisch eine besondere Bedeutung für die Veranschaulichung der Bausubstanz rheinischer Dorfkirchen in vorindustrieller Zeit zu.

Der Portalbogen wurde vom Landschaftsverband Rheinland dem Heimatverein der Erkelenzer Lande als bewegliches Bodendenkmal zur Verfügung gestellt. Nach umfangreicher Sanierung wurde der Portalbogen an der Ostwand der Kapelle in Immerath (neu) aufgestellt. Finanziert wurde die Aufstellung durch mehrere Sponsoren.

(red)