Alte Schule in Porselen birgt ungeahnte Schwachstellen

Unangenehme Überraschung : Alte Schule in Porselen birgt ungeahnte Schwachstellen

Für den Bau der neuen Kindertagesstätte in Porselen muss deutlich mehr vom alten Schulgebäude entfernt werden, als bei der ursprünglichen Planung gedacht. Aber wie wirkt sich das auf den Zeitplan und die Kosten aus?

Es hat im wahrsten Sinne des Wortes eine Menge Staub aufgewirbelt und war eine Überraschung, mit der niemand gerechnet hatte. Die geplante Kernsanierung der Grundschule in Porselen an der Ullrichstraße sollte sich doch schwieriger gestalten als gedacht.

„Bei den Entkernungsarbeiten hat man festgestellt, dass die Bauausführung im Stile der 50er Jahre den heutigen Sicherheitsstandards nicht gerecht wird“, erklärt Bürgermeister Wolfgang Dieder auf Nachfrage. „Deshalb hätten tragende Elemente saniert und ergänzt werden müssen, was sich jedoch überhaupt nicht rentiert.“ Aus diesem Grund habe die Bauleitung entschieden, „mehr Bauteile wegzunehmen, als ursprünglich vorgesehen“.

Schon in der Sitzung des Rates im Dezember 2015 war beschlossen worden, den Schulstandort Porselen der Gemeinschaftsgrundschule Randerath-Porselen zum Schuljahr 2016/2017 zu schließen und den Unterricht aller Jahrgänge zentral am Standort in Randerath durchzuführen. Daher stand das Schulgebäude in Porselen seit August 2017 leer und wurde nicht mehr genutzt. Im September 2018 beschloss der Rat dann, dass das Schulgebäude zu einer Kindertagesstätte umfunktioniert und umgebaut werden solle. Im Gegenzug dazu vereinbarten die Ratsmitglieder, die Kita in Horst aufzugeben.

Auch das alte Leerschwimmbecken an der Grundschule fällt dem Bagger zum Opfer. Foto: Anna Petra Thomas

Hintergrund ist, dass die Kindertagesstätte Horst, deren Gebäude aus dem Jahr 1956 stammt und schon mehrfach umgebaut wurde, im Hinblick auf die Gebäudesubstanz und -ausstattung nicht mehr den Anforderungen an eine zeitgemäße Kindertagesstätte entspreche, wie Karsten Knoben, Leiter des Amtes für Gebäudemanagement, seinerzeit erklärt hatte. Zudem wird in diesem Einzugsbereich die Einrichtung einer dritten Kita-Gruppe dringend erforderlich, doch eine entsprechende bauliche Erweiterung ist an der Randerather Straße nicht möglich.

Bevor nun die Kinder im nächsten Jahr in die neue Kita einziehen können, entstehen an der Stelle des ehemaligen Klassen- und Verwaltungstraktes der Grundschule drei Gruppenräume mit den erforderlichen Neben- und Ruheräumen sowie die Sanitärbereiche der Kindertagesstätte. Schon zu Beginn sah die Planung vor, das Lehrschwimmbecken und die Pausenhalle der Schule sowie die Nebenräume der Mehrzweckhalle abzureißen. Hier sollen die erforderlichen Räume für Verwaltung und Personal, eine Küche und ein Differenzierungsraum sowie die Nebenräume der Mehrzweckhalle neu entstehen.

Die Kosten für die Bauarbeiten betragen nach Angaben der Stadtverwaltung rund 1,66 Millionen Euro. Die Stadt erhält dazu Fördermittel von rund 706.600 Euro nach dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz. Ob die veränderte bauliche Situation die Fertigstellung der Kita im nächsten Jahr nun gefährde? „Nein“, meint Dieder. „Die Baumaßnahme wird dadurch keine wesentliche Verzögerung erfahren.“ Auch die Kosten blieben trotz der erschwerten Situation in einem „angemessenen Rahmen“.

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