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Gedenken an fatale Aktion 1945: Als der gesprengte Kirchturm die eigene Kirche zerstörte

Gedenken an fatale Aktion 1945 : Als der gesprengte Kirchturm die eigene Kirche zerstörte

Er sollte die anrückenden alliierten Truppen aufhalten, stattdessen zerstörte er die eigene Kirche: An die missglückte Sprengung des Golkrather Kirchturms vor 75 Jahren wird jetzt mit Ausstellung und Gottesdienst gedacht.

Vor 75 Jahren, am Sonntag, 25. Februar 1945, wurde um 19 Uhr der Kirchturm der Golkrather St.-Stephanus-Kirche durch Soldaten der deutschen Wehrmacht gesprengt.

Die Sprengung erfolgte mit dem Ziel, mit den Trümmern des Kirchturms die Zufahrtsstraße von Hückelhoven zu blockieren und damit den zu diesem Zeitpunkt in Hilfarth campierenden amerikanischen Truppen den Weitermarsch nach Erkelenz zu erschweren. Außerdem sollte verhindert werden, dass der mit 65 Metern zweithöchste Kirchturm im Erkelenzer Land dem Feind als Orientierungspunkt für ihre Artillerie dienen konnte.

Durch einen Fehler bei der Platzierung der Sprengladungen fiel der Turm jedoch nicht wie geplant in den Straßenraum sondern auf das Kirchenschiff und zerstörte dieses fast vollständig, so dass nach dem Kriegsende eine neue Kirche errichtet werden musste. „Hierdurch wurde nicht nur eine wunderschöne neugotische Kirche zu zweifelhaften kriegerischen Zwecken dem Erdboden gleichgemacht, sondern gleichzeitig ein einzigartiges Kulturdenkmal zerstört“, betont der Ortsausschuss der Gemeinde St. Stephanus Golkrath.

Hieran und an den Willen, dass auf deutschem Boden und von Deutschland ausgehend nie wieder ein Krieg stattfinden darf, will die Kirchengemeinde St. Stephanus Golkrath am Aschermittwoch, 26. Februar, 18.30 Uhr, mit einem feierlichen Gottesdienst und einer Bilderausstellung erinnern. Darüber hinaus soll zum Gedenken an die Zerstörung am 25. Februar, 19 Uhr, in Golkrath die Totenglocke geläutet werden.