Waldfeucht-Haaren: Aktionskreis für Flüchtlinge in Waldfeucht

Waldfeucht-Haaren: Aktionskreis für Flüchtlinge in Waldfeucht

„Beim Aktionskreis Flüchtlingshilfe Waldfeucht soll der Mensch im Mittelpunkt stehen und die Erfahrung machen, als solcher geschätzt zu werden und hier willkommen zu sein.“

Das ist die Intention des neu gebildeten Gremiums, die Alwin Meisberger, Vorsitzender des Pfarreirates der Haarener Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer, formulierte.

Das Engagement in der Gemeinde und darüber hinaus ist offensichtlich groß, denn immerhin konnte sich der Initiator gleich am Gründungsabend im Pfarrheim über 40 bis 50 interessierte Teilnehmer freuen. In der Gemeinde Waldfeucht sind zurzeit rund 80 Flüchtlinge untergebracht.

Neben der Versorgung der Asylbewerber durch die Amtsgemeinde gibt es, so Alwin Meisberger, ein großes Feld, in dem Ehrenamtliche ihre Hilfe anbieten können. Ziel sei es, den jetzt hier lebenden Menschen bei der Eingliederung in die Gesellschaft behilflich zu sein. Um Kräfte und Fähigkeiten synergetisch zu nutzen, hat nun der Pfarreirat gemeinsam mit dem Caritasverband für die Region Heinsberg den Aktionskreis Flüchtlingshilfe Waldfeucht (AK) aus der Taufe gehoben.

„In der Gemeinde Waldfeucht gibt es bereits die caritativen Gruppen „Hand in Hand“ und das „Kümmerernetzwerk“, die durch ihren Beitrag die Not vor Ort lindern helfen. Mit dem großen, wachsenden Aufgabenfeld der Flüchtlingsbetreuung sind die Gruppen allein aber überfordert“, begründete Meisberger die Notwendigkeit des AK. Es sei erforderlich, das soziale Engagement aus der Pfarrgemeinde, der zivilen Gemeinde und der Caritas zu vernetzen. Aus diesem Grund soll beim nächsten Treffen des AK am Mittwoch, 30. September, 20 Uhr, wiederum im Pfarrheim eine Steuerungsgruppe gebildet werden.

Wie können sich Ehrenamtler bei der Flüchtlingsbetreuung einbringen? Derzeit gibt bereits Sprachunterrichts-Kurse, Sportangebote für Fußball und Schwimmen, die Versorgung mit Kleidern und die Bereitstellung von Fahrrädern. Weiterhin sollen die Ehrenamtler die Asylbewerber beispielsweise bei Behördengängen begleiten, Patenschaften übernehmen und Spielkreise für Kinder, die noch nicht im Kindergarten aufgenommen werden können, betreuen. Die Liste der Möglichkeiten, die Alwin Meisberger an dem Abend vorstellte, ist lang.

Von Vorteil ist sicher auch, wenn der ein oder andere Helfer über Englisch- oder Arabisch-Kenntnisse verfügt, um die verbale Kommunikation zu fördern.

Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen und Bernd Görtz vom Ordnungsamt informierten die Teilnehmer über die aktuelle Flüchtlingssituation vor Ort. In der Unterkunft Im Heidchen seien alle Asylanten untergebracht, das Heim habe eine maximale Aufnahmekapazität für 100 Personen. Schrammen bot dem Aktionskreis an, die Schulräume — nach Einzelabsprache — am Spätnachmittag nutzen zu können; darüber hinaus stelle die Gemeinde den registrierten Ehrenamtlern einen Flüchtlingshelferausweis aus, der zum Umgang mit den Menschen in der Unterkunft autorisiert.

Begleitet in seinem Engagement wird der AK von der Caritas. Martina Zantis erläuterte, wie die Kooperation aussieht. Die Caritas vermittelt Workshops mit dem Katholischen Forum zur Weiterbildung von Ehrenamtlern, sie hilft bei der Beantragung von Mitteln aus den diversen Fonds; und sie organisiert Besprechungen, bei denen der AK mit den neuesten Informationen versorgt wird. Martina Zantis nimmt als Beraterin an den Treffen teil. Ganz wichtig ist Alwin Meisberger folgende Feststellung, die gleichsam das Credo der neuen AK ist: „Es ist nicht relevant, ob es sich bei den Flüchtlingen um sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge oder Asylanten handelt, oder welcher Nationalität, Ethnie oder Religion oder Hautfarbe sie angehören. Die Hilfe gegenüber bedürftigen Menschen steht absolut im Vordergrund.“

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