Waldfeucht: Ärger über wilden Müll in Waldfeucht

Waldfeucht : Ärger über wilden Müll in Waldfeucht

Wenn Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen (CDU) sieht, was in seiner eigentlich doch recht sauber und beschaulich anmutenden Gemeinde zuweilen alles am Straßenrand, im Wald und auf Grünflächen landet, dann ärgert ihn das gewaltig. Verpackungsmüll, der in den gelben Sack gehört, und Glasflaschen, die doch eigentlich — wie die gelben Säcke — kostenlos entsorgt werden, liegen dort.

Oder ganze Beutel voller Katzenstreu, die zum Beispiel häufig an der EK5 gefunden würden. Ein echte Sauerei.

Für jedes Kilogramm Restmüll, das in Waldfeucht entsorgt wird, zahlen die Mieter und Hausbesitzer 21 Cent. Um ein paar Cent zu sparen, schmeißt also mancher Zeitgenosse den Müllsack voller gebrauchtem Katzenstreu aus dem Autofenster statt in die Mülltonne. Das ärgert Schrammen massiv. „An 21 Cent pro Kilogramm kann es doch nicht scheitern“, sagt er.

Demnächst werden die Waldfeuchter dem wilden Müll wieder zu Leibe rücken. Für Samstag, 17. Februar, hat die Gemeinde eine Müllsammelaktion in den Ortsteilen Bocket, Braunsrath, Brüggelchen, Haaren, Obspringen und Waldfeucht initiiert.

Entstanden war die Müllsammelaktion als Leader-Projekt. Motto: Der Selfkant putzt sich raus. Die Gemeinden Selfkant, Gangelt und Waldfeucht starteten an einem Tag jeweils Müllsammelaktionen in ihren Gemeinden. Eine gute Idee, die eigentlich hätte fortgeführt werden können. Aber dann kam die Flüchtlingswelle, und im Rathaus habe man andere Sorgen als eine Müllsammelaktion gehabt, sagt Schrammen. Also fand sie im Jahr 2015 nicht mehr statt.

Schrammen erinnerte sich aber an das große Engagement der Einwohner seiner Gemeinde. Und Naturfreunde, die sich um die Sauberkeit der Gemeinde kümmern, habe es ohnehin schon immer gegeben — auch schon vor der Leader-Aktion. Zudem beteiligten sich viele Gruppen an der Aktion: Zum Beispiel Reiter, Jäger und Imker. „Das war die Motivation, das als Gemeinde weiter auf eigene Kappe zu machen“, sagt Schrammen. „Es ist schön zu sehen, dass die Bevölkerung mitmacht. Das macht Spaß und ist alle Mühe wert.“

Zwei bis drei Stunden

Schrammen selber will wieder mit Schülern des 9. und 10. Schuljahres der Sekundarschule Haaren sammeln. „Es geht auch darum, bei den jungen Leuten den Schalter im Kopf umzulegen“, sagt Schrammen. Zwar würden die Schüler vor der Aktion manches Mal belächelt, wer mitmache, erarbeite sich damit aber auch Respekt bei seinen Mitschülern, sagt Schrammen.

Der Bürgermeister hofft, dass in den zwei bis drei Stunden, die die Aktion dauert, wieder 50 bis 60 Helfer anpacken werden. „In der Spitze haben wir schon einmal zwei große Container vollbekommen“, sagt er. Wobei er auch sagt, dass die Müllmenge kleiner geworden sei. „Dennoch ist es mir ein Dorn im Auge, dass an einige Stellen immer noch Müllsäcke herumliegen“, sagt Schrammen.

Weil der wilde Müll am Straßenrand — besonders die Säcke voller Katzenstreu — die Verantwortlichen der Gemeinde so sehr ärgern, hat Schrammen auch schon überlegt, für Hinweise, die zu den Schmutzfinken führen, eine Belohnung auszusetzen.

Mehr von Aachener Zeitung