AC-Quadrat Auftaktveranstaltung in Heinsberg

Gründerwettbewerb AC2: Damit die gute Idee nicht in der Schublade bleibt

Menschen mit guten Ideen, die ein Unternehmen gründen wollen, oder Unternehmer, die sich für ihr Unternehmen mehr Wachstum wünschen, unterstützt die Initiative Gründerregion Aachen jetzt in einer neuen Auflage der Wettbewerbe unter dem Motto „AC2 – Gründung, Wachstum, Innovation.“ Den Startpunkt für die neue Reihe bilden vier Auftaktveranstaltungen, von denen eine in der Heinsberger Werkbank stattfand.

Hier begrüßte Thorsten Pracht, Leiter der Lokalredaktionen unserer Zeitung, neben potenziellen Gründern und interessierten Unternehmern sowie den Veranstaltern der Gründerregion auch zahlreiche weitere Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Aus unterschiedlicher Sicht betrachtete er das Thema Unternehmensgründung und die von der Gründer-Region durchgeführten Wettbewerbe zunächst in einer Gesprächsrunde mit Landrat Stephan Pusch, Dr. Richard Nouvertné, Vorstand der Kreissparkasse, und Christian Laudenberg, Geschäftsführer der Gründer-Region Aachen.

Die Politik könne für Grundstücke sorgen, Verwaltungsverfahren vereinfachen. „Aber wir können den Unternehmertyp nicht kreieren, nicht ersetzen“, betonte Pusch. „Wir können ihm nur Hilfen an die Hand geben.“ Wettbewerbe wie AC2 könnten den Anstoß dazu geben, dass sich Menschen mit guten Ideen einen Ruck geben und ihr Unternehmen gründen würden, auch in Zeiten von Vollbeschäftigung. „Gerade deswegen, weil wir in spannenden Zeiten leben“, sagte er. „Leider bleibt die gute Idee häufig in der Schublade“, erklärte Laudenberg. „Da wollen wir motivieren und die helfenden Hände sein.“ Die aktuell gute Konjunktur sei sicherlich kein Problem für potenzielle Unternehmensgründer, pflichtete er dem Landrat bei. „Unternehmertypen lassen sich davon nicht abhalten.“ Für sie stünden in der Gründer-Region derzeit mehr als 200 ehrenamtliche Berater bereit, sagte er und erläuterte den Ablauf der Wettbewerbe bis hin zur Prämierung der Sieger im Juni kommenden Jahres im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Seit zehn Jahren schon gebe es bei der Kreissparkasse spezialisierte Existenzgründungs-Berater, erklärte Nouvertné. Sie müssten nicht nur von der Story des Unternehmers überzeugt sein. „Wir brauchen auch eine Struktur“, betonte er, und bei deren Entwicklung sei die Unterstützung der Gründer-Region sicherlich sehr hilfreich.

In einer zweiten Gesprächsrunde unterhielt sich Pracht mit ehemaligen Wettbewerbsteilnehmern, mit Berater Frank Bärmann und mit Armin Pennartz von der Kreissparkasse. Astrid Hasen hatte im vergangenen Jahr für das Hotel-Restaurant Schwanenhof in Erkelenz-Bellinghoven am Wachstumswettbewerb teilgenommen. „Der Wettbewerb zwingt einen, noch einmal von außen auf sein Unternehmen zu schauen“, sagte sie.

Zudem lerne man, seine Ziele im geforderten Businessplan mit einer ganz anderen Verbindlichkeit zu formulieren und auch die Konkurrenz viel besser zu analysieren. André Schnitzler vom Online-Kosmetikanbieter „Kosmetikfuchs“ aus Erkelenz-Gerderath, Teilnehmer am Wachstumswettbewerb 2016/17, lobte vor allem das enorme Netzwerk-Potenzial, das ihm die Teilnahme geboten habe. „Und ich brauchte ganz einfach bei der Gründung einen Sparringspartner“, erklärte Andreas Schrader von dem neu gegründeten Unternehmen „Professional Relationship Management“ (PRM) aus Übach-Palenberg-Frelenberg, das sich auf die Beratung bei komplizierten Verhandlungen spezialisiert hat.

Als Berater habe er „die Brille von außen“ auf, sagte Bärmann. „Da knirscht es auch schon mal“, vor allem, wenn er ganz konsequent auf die Termine achte. „Da wachsen Freundschaften“, betonte Armin Pennartz nach seinem Bericht aus der Arbeit bei der Begleitung von Unternehmensgründungen durch die Kreissparkasse.

Auf die abschließende Frage, warum es wichtig sei, an den Wettbewerben teilzunehmen, hatte die drei Unternehmer prägnante Antworten: „Weil man sonst nicht fliegen lernt“, sagte Astrid Hasen. „Man weiß, was man kann. Aber man braucht jemanden, der einem sagt, was man nicht kann“, erklärte André Schnitzler. Und Andreas Schrader betonte: „Es ist wichtig, mehrere Meinungen zu seinen Zielen zu hören.“

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