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Abzocke vom Schlüsseldienst in Hückelhoven-Millich

Vermeintlicher Schlüsseldienst : Tür geöffnet und Taschenuhr gestohlen

Immer wieder warnen Verbraucherschützer vor Abzocke durch unseriöse Schlüsseldienste. Nun wurde eine Frau in Millich Opfer – und zwar eines Diebstahls.

Einen Fall von Diebstahl durch einen vermeintlichen Schlüsseldienst meldet die Kreispolizeibehörde Heinsberg aus Millich. Was war geschehen?

In der Zeit zwischen 3.35 Uhr und 6.45 Uhr musste eine 52-jährige Frau am Sonntag einen Schlüsseldienst in Anspruch nehmen. „Offenbar geriet sie dabei an ein unseriöses Callcenter, das einen Mitarbeiter zu ihrer Wohnanschrift am Entenweg schickte“, schildert Frank Linkens, Sprecher der Kreispolizeibehörde, den Fall. Der Mitarbeiter öffnete ihre Tür und verlangte eine Bezahlung. Da die 52-Jährige diese nicht auf der Stelle leisten konnte, verlangte der Mann ein Pfand in Form von Wertsachen. Linkens: „Daraufhin zeigte die Hückelhovenerin ihm eine Taschenuhr. Der Mann behauptete jedoch, diese sei wertlos, und schlug ihr vor, sie solle behaupten, dass er ihre Tür nicht habe öffnen können. So würde nur die Anfahrt berechnet, welche mit dem Bargeld, was die Frau bei sich hatte, beglichen sei.“

Einige Zeit später musste die 52-Jährige dann feststellen, dass die Taschenuhr entwendet wurde. Nach ihren Angaben ist der Mann etwa 180 bis 190 Zentimeter groß, von kräftiger Statur und zwischen 30 und 40 Jahre alt. Er sprach akzentfrei Deutsch und hatte kurze Haare. Bekleidet war er mit einer Arbeitshose.

Die Polizei bittet Zeugen, die Hinweise auf den Mann geben können, sich zu melden. Insbesondere auch mögliche Beobachtungen zum Fahrzeug, mit dem der „Mitarbeiter“ unterwegs war, sind für die Ermittler interessant. Das Kriminalkommissariat ist erreichbar unter der Telefonnummer 02452/9200.

Um nicht Opfer eines unseriösen Schlüsseldienstes zu werden, rät die Polizei, sich über seriöse Schlüsseldienste zu informieren, bevor man auf diese angewiesen ist. Polizeisprecher Linkens: „Halten Sie die Nummer eines örtlichen Schlüsseldienstes für den Fall der Fälle griffbereit, um nicht in einer eiligen Online-Suche an ein überregionales Callcenter zu geraten.“ Im Ernstfall solle man im Vorfeld einen verbindlichen Festpreis vereinbaren und sich nicht durch Geldforderungen unter Druck setzen lassen. „Seriöse Unternehmen werden Sie nicht mit Nachdruck zu einer sofortigen Zahlung oder gar der Aushändigung eines Pfandes drängen. Sollten Sie in eine solche Situation geraten, rufen Sie die Polizei und erstatten Sie gegebenenfalls Anzeige“, betont Linkens.

(red)