Abbildung des Brühltors auf der Graf-Gerhard-Straße in Wassenberg

Historie : Brühltor-Bild ziert Graf-Gerhard-Straße

Auf der Graf-Gerhard-Straße unweit der Ecke Parkstraße/Patersgraben in Wassenberg ist neuerdings eine Abbildung eines alten Stadttores auf dem Straßenbelag zu sehen. Hierbei handelt es sich um das Brühltor, das 1863 der Spitzhacke zum Opfer fiel.

Die Initiative zur Abbildung des Brühltores geht auf einen Antrag des Heimatvereins an die Stadt zurück. Von den drei Stadttoren, die Wassenberg einst besaß, existiert nur noch das Roßtor, das sich am unteren Rand des gleichnamigen Roßtorplatzes befindet. Auch das Birgelener Tor, ehemals Feldportz genannt, existiert schon seit über 200 Jahren nicht mehr. Es wurde 1783 abgebrochen. Auch hier gibt es eine Fahrbahnmarkierung auf der Roermonder Straße, Ecke An der Haag. Die Markierung befindet sich allerdings nicht genau dort, wo das ehemalige Tor gestanden hat. Der genaue Standort liegt etwa 20 Meter weiter in Richtung Innenstadt.

Noch heute kann man an dem Gemäuer des Roßtores erkennen, dass diese Stadttore ursprünglich aus Naturstein bestanden, behauen als auch unbehauen. Sie wurden vermutlich schon im 13. Jahrhundert errichtet, als die Stadtmauer, wie der Wassenberger Architekt Will Andermahr vermutete, noch aus Palisaden, die auf einem Erdhügel errichtet wurden, bestand. Um 1365 musste der Heinsberger Pfandherr die Stadt Wassenberg wieder an den Herzog von Brabant zurückgeben. Aus Ärger darüber ließ er die Stadtmauer, die Stadttore und auch das Gebäude auf dem Bergfriedhügel, welches wohl ebenfalls noch nicht aus Stein gebaut war, schleifen.

Etliche Jahre später wollten die Nachfahren der Heinsberger Herren das Wassenberger Lehen wieder in Besitz nehmen. Der Herzog von Brabant hatte diesem Begehren unter der Bedingung zugestimmt, dass die Heinsberger sowohl Stadtmauer als auch Bergfried wieder errichten mussten. Ein gewisser Nachlass des Lehnsgebers wurde ihnen in Aussicht gestellt. So entstanden mithilfe der Heinsberger zwischen 1400 und 1420 die neue Stadtmauer mit ihren Wehrtürmen und der heute noch vorhandene Bergfried.

Die unterschiedliche Verwendung von Steinen am Roßtor zeugt nach Ansicht von Experten davon, dass zumindest dieses Tor, das offensichtlich nicht vollständig bis auf das Fundament zerstört wurde, auf den Restmauern aus Naturstein mit Ziegelsteinen im oberen Teil ergänzt wurde.

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