Erkelenz: 60 bewegte Jahre beim Präventiv- und Rehabilitationssport Erkelenz

Erkelenz: 60 bewegte Jahre beim Präventiv- und Rehabilitationssport Erkelenz

Auf 60 intensive Jahre hat der Verein für Präventiv- und Rehabilitationssport — VSG Erkelenz 1957 —, deren langjähriger Vorsitzender Hubert Reiners ist, zurückgeblickt. Zu einer kleinen Feierstunde in der Oerather Mühle begrüßte Reiners viele langjährige Mitglieder und Gäste, unter ihnen der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen und Hückelhovens stellvertretenden Bürgermeister Dieter Geitner.

Unter dem Motto „Gleichwertig — im Leben und im Sport“ hatten im Jahre 1957 einige versehrte Sportler den Verein unter der Bezeichnung „Versehrtensport-Gemeinschaft“ aus der Taufe gehoben. Zunächst spielte das Turnen in dem noch jungen Verein eine große Rolle, kamen doch zahlreiche Mitglieder aus Turnvereinen.

Hier zeigte sich, dass Sportler aus dem Verein mit beachtenswerten Leistungen auf sich aufmerksam machen konnten. Es zeigte sich aber auch, dass Kriegsversehrte —das ursprüngliche Reservoir des Versehrtensports — aber auch immer mehr Zivilbehinderte in der individuellen sportlichen Betätigung neuen Lebensmut und ein Gefühl der Gleichwertigkeit finden konnten.

Die Förderung des Versehrtensports wurde zu einem Anliegen von Bund, Ländern und Kommunen, und so wurde 1957 der Versehrtensport als Heilmaßnahme anerkannt, wie bei der Feierstunde deutlich wurde. Dies war allerdings nicht der Grund, dass sich am 20. Juli 1957 sieben versehrte Sportler in Erkelenz versammelten und die VSG Erkelenz gründeten.

Die Aktiven widmeten sich neben dem Sitzball dem Turnen, der Gymnastik, der Leichtathletik und dem Tischtennis. Später wurde als neue Disziplin der Prellball, der sich in den Folgejahren als die Lieblingssport Art der Mitglieder erwies, hinzugenommen.

Nach der Fertigstellung des Hückelhovener Hallenbades wurde dem Verein die Nutzung des Bades eingeräumt, was sich als große Bereicherung des sportlichen Angebotes erwies. Die Erkelenzer Versehrtensportler beteiligten sich recht erfolgreich an Turnieren und stärkten durch Wanderungen und private Kontakte untereinander die Gemeinschaft.

Auch kameradschaftliche Bande zu einer schottischen Behindertengruppe konnten geknüpft werden, und gegenseitige Besuche fanden großen Anklang bei den Mitgliedern. Ebenso konnten die Frauen der behinderten Sportler mehr und mehr in die Gemeinschaft integriert werden. Der sportliche Ehrgeiz war so groß, dass die Vereinsmitglieder im Jahre 1991 das Bosseln in ihren sportlichen Jahreskalender aufnahmen. Seither trainieren jeden Mittwoch zwei Herren- sowie eine Damenmannschaft in der Sporthalle.

Ab 2012 auch Nichtbehinderte

Ein weiterer Höhepunkt war 1976 die Erschließung eines Vereinsgeländes am Ratheimer Adolfosee. Überwiegend in Eigenleistung entstand hier ein Freizeitgelände, das zunächst mit einem Mobilheim ausgestattet wurde. Dieses konnte Jahre später durch einen Wohncontainer ersetzt werden. Zudem wurde das Geländer 1982 käuflich erworben.

Es habe sich inzwischen zu einer „Perle“ entwickelt, hieß es unisono bei der Feierstunde zum 60-jährigen Bestehen der Gemeinschaft. Somit war die Möglichkeit gegeben, einmal jährlich an diesem Ort der Ruhe das inzwischen traditionelle Sportfest am Adolfosee zu veranstalten.

War zunächst die Mitgliedschaft in dem Verein an eine Behinderung gebunden, konnten ab dem Jahr 2012 auch Nichtbehinderte in den Verein eintreten. Zudem wurde zwei Jahre später die Änderung des Vereinsnamens in „Verein für Präventiv- und Rehabilitationssport VSG Erkelenz 1957 vorgenommen.

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