31. Band der Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande

Seminararbeiten, Strom und Schmerzen : Neuer Band des Heimatvereins der Erkelenzer Lande

Bürgermeister Peter Jansen fasste bündig zusammen, warum er den neuen Band der Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande besonders gelungen findet: „Das sind 15 kurze Geschichten aus der Geschichte des Erkelenzer Landes, die kann man auch als Nicht-Vielleser gut schaffen, und außerdem sind viele Bilder drin.“

Natürlich würdigte der Bürgermeister auch, worum es Hubert Rütten als Herausgeber des inzwischen 31. Bandes aus der Geschichte des Erkelenzer Landes eigentlich geht: „Da erhält man anschauliche Einblicke in das Leben der Heimat, wie es einmal war, die man zudem gut lesen kann“, sagte Jansen.

Der neue Band ist der siebte Sammelband in der Schriftenreihe und umfasst Texte, die thematisch die Bandbreite vom Mittelalter („Erkelenzer Gelehrte an den Universitäten des Alten Reichs vom 14. bis zum 16. Jahrhundert“) bis in die für Erkelenz schmerzhafte Gegenwart („Das Endes des Immerather Doms, eine Bildserie“) abdecken. „In diesem Band kommen Autoren zu Wort, die mit ihren Texten kein ganzes Buch füllen können, die aber mit ihren Beiträgen wichtige Teilaspekte der lokalen Historie eindrucksvoll beleuchten“, sagte der Vorsitzende des Heimatvereins der Erkelenzer Lande, Günter Merkens, bei der Präsentation des neuen Bandes der Schriftenreihe.

Bei dem Beitrag von Nico Fischer kann man das mit dem Beleuchten wörtlich nehmen: „Die Elektrifizierung Keyenbergs oder Der Letzte macht das Licht aus“ nannte der Student der Universität Mannheim seine Seminararbeit. Mit der Universität Mannheim verbindet den Heimatverein seit geraumer Zeit eine lockere Zusammenarbeit. So fand im Wintersemester 2017 in Mannheim das Hauptseminar „Archive der Dinge: Museologie und Objektgeschichte – am Beispiel des Virtuellen Museums Erkelenz“ statt. Dr. Julia Breittruck zieht in dem neuen Band ein Fazit des Seminars.

Durchaus ein ganzes Buch hätte Herausgeber Hubert Rütten füllen können, als er sich auf die Spurensuche des amerikanischen Soldaten Arthur Harf machte. Der wurde 1910 in Erkelenz geboren, besuchte sechs Jahre das Erkelenzer Gymnasium und flüchtete Ende März 1937 vor dem auch im Erkelenzer Land um sich greifenden Nazi-Terror nicht nur, aber besonders gegen die Menschen jüdischen Glaubens in die USA. Als im Frühjahr 1945 die 9. US-Armee die Rur überschritt, war Arthur Harf als US-Soldat und Ritchie-Boy als Angehöriger der 102. US-Infanterie-Division der 9. Armee dabei.

Hubert Rütten (l.) hat die Arbeit als Herausgeber des neuen Bandes der Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande gemacht. Vorsitzender Günter Merkens (Mitte) ist vom 31. Band in der Reihe ebenso begeistert wie Geschäftsführer Theo Görtz. Foto: Ingo Kalauz

Ja, Bürgermeister Peter Jansen hat Recht: Die vielen Bilder machen die Lektüre des Bandes kurzweilig – und sprechen oft auch ganz für sich. Zum Beispiel der Beitrag von Hans-Josef Broich ganz am Ende des fast 300 Seiten starken Bandes. „Kunst im Erkelenzer Stadtbild“ heißt der und hält im Einzelbild die Kunstwerke fest, die man irgendwann sicher schon mal gesehen hat, die man aber eigentlich gar nicht mehr bewusst wahrnimmt, weil sie ganz einfach zum Bild, das man von der Stadt in sich trägt, dazu gehören.

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