Selfkant-Tüddern: 21-seitige Mängelliste wirft schlechtes Licht auf Glasfaser

Selfkant-Tüddern : 21-seitige Mängelliste wirft schlechtes Licht auf Glasfaser

Ganze 21 DIN A4-Seiten, dazu eng beschrieben — so lang ist die Mängelliste, die ein schlechtes Bild auf die Arbeiten der Deutschen Glasfaser und deren beauftragten Unternehmen im Selfkant werfen. Die CDU-Fraktion hatte die Klagen, die an vielen Ecken und Enden mit dem Netzausbau laut wurden und werden, aufgegriffen - und darauf reagiert.

Sie beantragte, dass die Verwaltung dem Gemeinderat einen Überblick über die Gesamtsituation in der Gemeinde verschafft.

„Zu unserem Bedauern wurde nicht immer mit der erforderlichen Sorgfalt gearbeitet. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass Gehwege oder Straßen nicht in der von uns erwarteten Qualität wiederhergestellt werden“, gaben die Christdemokraten in ihrem Antrag zu bedenken, der in der jüngsten Ratssitzung auf der Tagesordnung stand.

Dass die Auflistung jener Mängel — wohlgemerkt im Bereich der öffentlichen Verkehrsflächen — so eklatant sein würde, überraschte CDU-Fraktionsvorsitzenden Heinz Stassen doch: „21 Seiten, das ist eine ganze Menge. Es wird einfach nicht besser. Es hapert, so wie es aussieht, an vielen Stellen ganz gewaltig.“ Stassen befürchtet, dass die aktuelle Liste längst nicht das Ende der Fahnenstange darstellt: „Nach dem Frost und dem Eis im kommenden Winter werden wir auf zahlreiche weitere Mängel stoßen.“

Bürgermeister Herbert Corsten ärgerte sich ebenfalls über die Entwicklung bei der Kabelverlegung: „Man hatte uns die ganze Sache zum Nulltarif versprochen. Aber die Realität sieht anders aus: Wir haben Leerrohre und neue Platten für die Bürgersteige verlegt. Und vor allem ist der Personalaufwand in der Verwaltung ganz erheblich. Das können wir unmöglich alles allein leisten.“

Deshalb sei die Verwaltung auf die Mithilfe der Bürger angewiesen, die beobachtete Mängel und Beanstandungen im Rathaus melden sollten. „Wir können uns nicht alles kaputt machen lassen“, übte Corsten Kritik an den Arbeitsmethoden der Netzarbeiter und berichtete von einer Feststellung, die er jüngst in Wehr selbst machen musste: „Die neue Dorfstraße war dort, ohne Wissen der Verwaltung, an vier Stellen aufgeschlitzt worden. Das geht natürlich nicht.“

Manche Mängel seien nach Initiative der Verwaltung bereits abgearbeitet werden. Aus der Liste werde auch ersichtlich, dass bei einigen Straßen noch keine Nachabnahme stattgefunden hat, es handelt sich um: Aan Schniewind, Birder Straße, Am Südhang, Dechant-Kamper-Straße, Dorfplatz, Waldstraße, Gertrudisstraße, Kämpchen, Oligstraße und Sittarder Straße. Zudem wurden nach Angaben von Bürgermeister Corsten bislang überwiegend die Längsverlegungen im Gehwegbereich abgenommen. Die fachgerechte Herstellung der Hausanschlüsse, für die der Gehweg teilweise wieder geöffnet werden muss, werde zurzeit überprüft. Nach Abnahme bestehe eine Gewährleistungsfrist von vier Jahren.

Gewährleistung hin oder her: Josef Werny, SPD, traut dem aktuellen Szenario im Selfkänter Erdreich nicht so recht und sieht finanzielle Risiken auf die Gemeinde zukommen: „Wir sollten im Haushalt eine Rückstellung in Höhe von zigtausenden Euro einplanen.“ Martin Busch, CDU, wollte nicht ganz so schwarz malen und markierte die digitalen Vorteile des schnellen Glasfasernetzes: „Wenn es läuft, dann läuft es wirklich gut.“ Die Gemeinde solle die Einwohner stärker informieren, um aufkeimendem Frust entgegenzuwirken.

Im nächsten Amtsblatt soll, darauf verständigte sich der Gemeinderat, über die Glasfaser-Thematik berichtet werden.

(dawin)