1929 gründeten acht Schützen den Dekanatsverband Gangelt

Schützenjubiläum : Dekanat Gangelt-Selfkant wurde vor 90 Jahren gegründet

Ein Jahr nach der Gründung des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften 1928 hatten acht junge Schützenbrüder aus dem Bereich Gangelt und Selfkant die Idee zur Gründung eines Schützenbezirkes.

Josef Herfs aus Straeten, die Birgdener Wilhelm Jansen und Christian Küppers, Leo Beckers aus Wehr, Reinhold Aretz aus Süsterseel, Lambert Baeumer aus Gangelt, Josef Hagmanns aus Tüddern und Johann Penners aus Kreuzrath hießen die acht, die ihn schließlich gründeten.

Erster Bundesmeister wurde Dr. Franz Laumen aus Gangelt, der Bürgermeister und Landrat zu dieser Zeit wurde auch Mitglied im Bundesvorstand der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Dechant Josef Pauen aus Waldenrath wurde erster Schützenpräses des neuen Schützenbezirkes. Schon bald nach der Gründung wurde angeregt, den Bezirk als Dekanatsverband Gangelt zu führen.

16 Schützenbruderschaften schlossen sich dem Dekanatsverband an, das erste Dekanatsschützenfest wurde 1930 in Selfkant-Wehr gefeiert. Es wurde beschlossen, dass es jeweils zwei Schützenfeste (einmal im Bereich Gangelt, einmal im Selfkant) pro Jahr geben sollte und so fand ein weiteres Schützenfest 1930 in Schierwaldenrath statt.

Zwei Jahre später sollte der Grundstein für eine weitere Tradition gelegt werden: Der Schießsport gewann bereits an Bedeutung und so wurde angeregt, eine Dekanatsstandarte anfertigen zu lassen, die dann jeweils zum ersten Dekanatsschützenfest an die siegreiche Bruderschaft übergeben wurde. Bis heute wird diese Tradition fortgesetzt, beim vergangenen Schützenfest in Saeffelen erhielt die St.-Petri-und-Pauli-Bruderschaft Waldenrath voller Stolz die Standarte überreicht.

Allerdings ist die erste Standarte, die in den Kriegswirren dem Heimatmuseum übereicht wurde, verschollen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde 1950 das Schützenleben im Dekanatsverband wieder mit Leben gefüllt, in Langbroich wurden 20 Bruderschaften aktiv. 1955 wurde eine neue Dekanatsstandarte angefertigt und der Verband bschloss, beim Schießwettbewerb beim zweiten Jahresschützenfest die siegreiche Bruderschaft mit einer Wanderplakette zu würdigen.

1966 trat die St.-Peter-und-Paul-Schützenbruderschaft Hatterath dem Dekanatsverband bei, wurde als 21. Mitglied begrüßt. Mitte der 1970er Jahre wurde in Isenbruch wieder eine Bruderschaft gegründet und sie wäre das 22. Mitglied gewesen – doch vorher vereinigten sich die Bruderschaften aus Breberen und Brüxgen, und so blieb es bei 21 Bruderschaften.

1973 wurde von allen Bruderschaften beschlossen, den Dekanatsverband Gangelt in Dekanatsverband Gangelt-Selfkant umzubenennen. Anfang der 1970er erlebte das Schützenwesen generell einen jugendlichen Aufschwung. Die Bruderschaften beschlossen 1973, alljährlich auch einen Dekanatsprinzen auszuschießen. 1975 wurde erstmals der Dekanatsschülerprinz ermittelt. Und der Nachwuchs sorgte für Schlagzeilen und ging in die Geschichte im Bund der Historischen Schützen ein. So wurde Heinz Heinen aus Schierwaldenrath Bundesprinz, Jürgen Mause aus Stahe Bundesschülerprinz. Im Jahre 2002 wurde Kai Heinrichs aus Wehr Bundesprinz.

Die Dekanatsjungschützentage sind mittlerweile Aushängeschilder, die Dekanatsjugendstandarte, die dem Sieger des Schießwettbewerbs gebührt, ist alljährlich heiß begehrt und wird voller Stolz bei den Dekanatsschützenfesten präsentiert.