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Gangelt: 125 Millionen für stabile Einwohnerzahlen

Gangelt : 125 Millionen für stabile Einwohnerzahlen

Bei der Entwicklungsgesellschaft Gangelt (EGG) GmbH wechselt die Geschäftsführung: Stephan Ronkartz kommt, und Willibert Mevißen geht. Der Neue wird das fortführen, was der Alte mit Erfolg auf den Weg gebracht hat.

Nach elfjähriger Tätigkeit bei der EGG widmet sich Mevißen künftig voll und ganz der Leitung des Bauamtes der Gemeinde Gangelt.

Nachfolger Ronkartz ist kein Neuling in der EGG, der 35-Jährige ist bereits seit vier Jahren Mitarbeiter der GmbH und bringt von daher Erfahrungen und Kenntnisse für den Spitzenjob mit.

Willibert Mevißen bewertete anlässlich seines Abschieds das Wirken der EGG seit ihrer Gründung im Jahr 1998 (siehe Zusatzkasten) als durchweg positiv. Deren Aufgabe, nämlich Bauerwartungsland anzukaufen und daraus später Bauland zu entwickeln, habe die EGG bestens erfüllt und werde dies weiterhin tun.

Mevißen ließ Zahlen sprechen: Nach der Gründungsphase wurden in den verschiedenen Ortsteilen der Gemeinde Gangelt mehrere Baugebiete und Gewerbegebiete erschlossen. Insgesamt konnten über 550 Grundstücke zur Verfügung gestellt werden, von denen bis dato rund 500 verkauft wurden.

Bei einem durchschnittlichen Wert eines Hauses von rund 250.000 Euro wurden in der Gemeinde somit in den vergangenen Jahren rund 125 Millionen Euro in Baumaßnahmen investiert, konstatiert Willibert Mevißen.

Neubaugebiete locken auch Neubürger in die Kommune, so stieg die Einwohnerzahl in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich. Besonders stolz ist der ehemalige EGG-Geschäftsführer darauf, dass unter seiner Regie die Erschließung des Sondergebietes Einzelhandel realisiert wurde. „Hier können die Gangelter nahezu den ganzen Bedarf des täglichen Lebens decken“, erklärte Mevißen.

Obendrein wurden damit noch 60 neue Arbeitsplätze geschaffen. Während seiner elfjährigen Wirkenszeit wurden im Gewerbegebiet Gangelt die Feuerwehr und der Bauhof angesiedelt. Als Investor und Bauherr trat die EGG auf, später werden die Gebäude an die Gemeinde vermietet.

Willibert Mevißen zog seine persönliche Bilanz: „Es waren elf interessante und anspruchsvolle Jahre, in denen ich viel an Erfahrung sammeln konnte.“ Dabei wird er die EGG nicht ganz aus dem Blickfeld verlieren.

Denn schließlich soll das Bauerwartungsland, das von Stephan Ronkartz für die Entwicklungsgesellschaft erworben wird, später einmal attraktives Bauland werden — und hierzu muss das Bauamt seinen Part leisten. „Das geht Hand in Hand“, bewertet der neue Geschäftsführer die Kooperation mit der Verwaltung.

Auch sein Credo lautet: die Gemeinde weiterentwickeln! Vor allem, so erläuterte er, müsse es darum gehen, in den kleinen Ortsteilen wie Hastenrath, Stahe, Schierwaldenrath und Breberen Baugrundstücke zu schaffen. Und da sei Eile geboten, denn der neue Landesentwicklungsplan (LEP) lasse nur wenig Freiraum, um neue Baugebiete aufzulegen. „Wir müssen den Bürgern, vor allem jungen Leuten, in allen Orten was anbieten, damit diese nicht ausbluten.“

Hoffnungsträger B 56 n

Es ist sicher auch ein Verdienst der EGG, dass die Gemeinde Gangelt, dem demografischen Bundestrend zum Trotz, eine stetig wachsende Bevölkerung notiert; aktuell zählt man rund 12.000 Einwohner. „Unser Ziel ist es, die Einwohnerzahl auszubauen oder zumindest zu stabilisieren“, meint Bürgermeister Bernhard Tholen, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der EGG ist.

Gangelt als ländlich geprägte Kommune könne trefflich mit ihren Pfunden wuchern, sagt er und nennt diese beim Namen: das intakte Dorfleben, das aktive Vereinsleben, das sichere und überschaubare Umfeld für Kinder und Jugendliche, die vielen Freizeitmöglichkeiten sowie die günstigen Grundstückspreise.

„Wenn die B 56 n einmal fertiggestellt ist, haben wir eine echte Chance, Menschen, die in Aachen, Mönchengladbach oder Düsseldorf arbeiten, in die Gemeinde zu locken, wo sie im familiären und privaten Alltag Ruhe und Geborgenheit finden“, sagt Tholen.

(dawin)