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Gangelt: Zwei Orte gehen eine Liaison ein

Gangelt : Zwei Orte gehen eine Liaison ein

Alles rückt in der kalten Jahreszeit ein bisschen enger zusammen: Menschen zum Beispiel, wenn sie noch nicht liiert sind, machen sich intensiver auf die Suche nach einem Pendant zum Kuscheln.

Aber auch andere Einzelkämpfer können einen guten Partner bei grau-nassem November-Wetter gebrauchen, dachten sich die Verantwortlichen und planten ein Treffen der Obersten: Gewerbegemeinschaft Gangelt und Aktionskreis Handel, Handwerk und Gewerbe Birgden.

Endlich will man gemeinsam in die momentan behandschuhten Hände spucken und für Einzelhandel, Bürger sowie Touristen reizvolle Pläne schmieden.

Besonders auf zwei Orte konzentrieren sich die Bemühungen, das Leben in der kleinen Gemeinde an der westlichen Grenze Deutschlands noch ein bisschen attraktiver zu gestalten: auf den historischen Stadtkern Gangelts und auf den Großen Pley in Birdgen.

Und ganz nach dem Motto „Wir ziehen an einem Strang” möchten die beiden Orte ihre Zukunft gemeinsam in die Hand nehmen. In diesem Zusammenhang stellte Bürgermeister Bernhard Tholen die Visionen für die Altstadt vor: die Belebung des alten Rathauses mit Gastronomie.

„Ein Café, das haben wir hier noch nicht”, wünscht sich Tholen für das urige Backsteinhaus, das momentan leer steht. Neben den Räumen soll aber auch die Anlage des Komplexes genutzt werden. Eine überdachte Terrasse, eben richtige Außengastronomie, davon träumen die Anwesenden aus Gangelt.

Architekt Heinrich Corbach hat die Vorstellungen schon mal in einer Skizze zu Papier gebracht. Matthias Hamacher weist noch auf einen anderen Zweig hin, der in der Gemeinde unterrepräsentiert ist: „Wir brauchen mehr Kunstgewerbe und Kleingeschäfte im Stadtkern.”

Dieser Punkt liege der Aktionsgemeinschaft, für die er spricht, sehr am Herzen. Dazu soll auch ein Kunstverein gegründet werden, diese Aufgabe, so verraten die Herren, könne eventuell Heinrich Curbach übernehmen, als Architekt aus der kreativen Brache geradezu prädestiniert dafür.

Leerstände und Baulücken im historischen Stadtkern könnten mit Handwerksbetrieben gefüllt werden - so wie es früher schon einmal war. Von der Historie lässt sich hervorragend eine Brücke schlagen nach Birgden, die Ludwig Bohnen, Vorsitzender des Aktionskreises Handel, Handwerk und Gewerbe vorstellt: „Unser Ziel ist ein nostalgischer Bahnhof mit Haltepunkt.”

Bis dieser Wunsch realisiert ist, möchten die Verantwortlichen ihren Bürgern und Gästen Abwechslung bieten. „Einen Schlemmermarkt gibt es schon in Heinsberg, wir wollen etwas über das Übliche hinaus machen”, stellt sich Bohnen vor.

Das könne alles von einer Auktion bis zum Völkerfest auf dem Großen Pley sein. „Auch eine Varieté-Geschichte gibt es in unserer Region noch nicht”, bemerkt der Aktionskreis-Vorsitzende.

Bis zum nächsten Treffen in einem halben Jahr ist vielleicht der gemeinsame Internetauftritt realisiert. Dann wird sich auch zeigen, wie stabil die Partnerschaft ist.