Geilenkirchen: Zwei Gesangsklassen vereinen ihre Stile auf der Bühne

Geilenkirchen: Zwei Gesangsklassen vereinen ihre Stile auf der Bühne

Das Kulturprogramm der Stadt Geilenkirchen hatte wieder einmal ein besonderes Bonbon zu bieten: den Liederabend der Musikschule im Haus Basten. Schüler der Gesangsklassen von Lonneke Beersma und Migena Gjata gaben dem Publikum einen Eindruck von ihrem Können.

Gjata, die durch das Programm führte, begrüßte die zahlreichen Gäste und betonte, dass sie und ihre Kollegin zwei verschiedene Stile unterrichten: Sie selbst Klassik, Beersma dagegen Pop und Jazz. Ebenso unterschiedlich war auch die Ausbildung der beiden: Beersma studierte an der Musikhochschule in Maastricht Jazz- und Pop-Gesang sowie Klavier und ist seit zwei Jahren an der Geilenkirchener Musikschule tätig.

Gut besuchter Liederabend: Catherine Puvis-Schöler, begleitet von Ellen Hersfeld am Klavier, singt „I feel pretty“ aus der „Westside Story“ von Leonard Bernstein. Foto: Renate Kolodzey

Gjata studierte Gesang in Verona und an der Folkwang Hochschule in Essen, wo sie den „Master of Voice Performance“ mit Prädikat abschloss. Ebenso studierte sie Gesangspädagogik und unterrichtet seit fünf Jahren. Sie tritt auch als Opern- und Konzertsängerin auf.

Beim Liederabend begleitete Beersma ihre Schüler selbst am Klavier, während diese Aufgabe bei Gjatas Schülern Ellen Heslenfeld übernahm. Den Auftakt machte „Chasing Cars“ von Snow Patrol, zweistimmig dargeboten von Michelle Schmidt und Melanie Prikmann, die den Song zusätzlich mit der Gitarre untermalte. Beide Stimmen ergänzten sich hervorragend, und ihr Vortrag war bewegend schön. Dem stand Hannah Sebastian mit „Brothers“ von Taylor Davis in nichts nach und schwang sich auf bis in höchste Höhen, die sie glasklar meisterte.

Mit Klassik und „Donne Vaghe“ von Giovanni Paisiello ging es weiter: Nicole Pfeifer bewältigte die schwungvolle Arie mühelos, gipfelnd in einem fulminanten Abschluss, während Catherine Puvis-Schöler mit „Selve Amiche“ von Antonia Caldara den Spätbarock vor den Augen der Zuhörer in einer prächtigen Interpretation lebendig werden ließ.

Nun waren Liebeslieder an der Reihe: „Flashlight“ von Jessie J. und „Photograph“ von Ed Sheeran, ausdrucksstark gesungen von Michele Schmidt beziehungsweise Melanie Prikmann, berührten die Herzen der Anwesenden. Dazu passte das Lied der frisch vermählten Ronja Steegers, der man jedes Wort glaubte, als sie vergnügt „I feel pretty“ aus der „Westside Story“ von Leonard Bernstein trällerte und sich dabei kokett hin und her drehte. Helmut Heuschen prostete dem Publikum gar mit Tokajer-Wein zu und verführte es mit der bekannten Melodie „Komm, Zigan“ aus „Gräfin Mariza“ von Emmerich Kálmán zum beschwingten Klatschen.

Im Anschluss wagte sich Lea Beule an „Rolling in the Deep“ von Adele, und ihr gelang eine erstaunlich einfühlsame Interpretation. Ebenso brachte Michele Schmidt die Gäste mit der Ballade „No Light“ von Florence and the Machine zum gebannten Lauschen. Was ein „Nussbaum“ so träumt, schilderte dagegen eindringlich Caterine Puvis-Schöler in dem gleichnamigen Lied von Robert Schumann. Den liebeskranken Cherubino mit „Voi che Sapete“ aus der „Hochzeit des Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart zu mimen, gelang wiederum Nicole Pfeifer mit schönen Koloraturen.

Nun bezauberte Hannah Sebastian mit einem Coldplay-Medley aus „Cemeteries of London“/„Violet Tales“ die Gäste, und auch Melanie Prikmann überzeugte mit viel Gefühl in dem Song „Stop and Stare“ von One Republic. Ihren Charme spielen ließen Helmut Heuschen und Migena Gjata im romantischen Duett „Lippen schweigen“ aus der „Lustigen Witwe“ von Franz Lehar, dem sich Ronja Steegers mit der wunderschönen Melodie „Denk an mich“ aus „Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber anschloss.

Das „i-Tüpfelchen“ des Abends war ohne Zweifel „Summertime“ aus „Porgy and Bess“ von George Gershwin, das Gjata und Beersma hinreißend — teils dramatisch, teils locker — intonierten und damit Südstaatenatmosphäre herbeizauberten. „Over the Rainbow“ aus „The Wizard of Oz“ von Harold Arlen schließlich sangen alle gemeinsam, und das Publikum honorierte die beeindruckenden Leistungen der Akteure mit einem langen, tosenden Schlussapplaus.