Gangelt-Langbroich: Zum runden Geburtstag lässt sich Niedecken nicht lange bitten

Gangelt-Langbroich: Zum runden Geburtstag lässt sich Niedecken nicht lange bitten

Etwas Besonderes sollte es zum runden Geburtstag sein: Treffen wurden anberaumt, die Köpfe qualmten, Idee gefunden und wieder verworfen.

Und dann waren sich die St.-Salvator-Schützen 1808 Langbroich-Harzelt einig: „Langbroich sucht den Superstar” ist zu abgegriffen, aber „Best newcoming rockact” klingt wie Musik in der Bruderschaft Ohren.

„Vor zehn Jahren waren wir ein absolutes Novum im Bezirk”, erinnert sich Präsident Josef Krings an die Anfänge der Veranstaltung „Rock im Zelt”, die schon beim ersten Mal großen Anklang in der Bevölkerung gefunden hat.

Immerhin: Seitdem schwankt die Zahl der Gäste zwischen 500 und 1000. Jetzt wollen die Schützen jungen Bands eine Chance geben, ihre Stücke vor Publikum zu präsentieren.

Die Bedingungen dazu sind schnell erklärt: Die Gruppen dürfen schon mal aufgetreten, allerdings keine Profis sein. Der Stil oder die Musikrichtung spielt dabei keine Rolle - von deutschem Schlager bis zum Punk ist alles erlaubt.

Eine Anlage steht vor Ort. Um das Auditorium mit jeder Art von Klängen zu überzeugen, sollte jede Band ein Repertoire von einer halben Stunde neben der Gitarre im Gepäck haben. Neben - je nach Qualität - brausendem Applaus sowie eventuellen neuen Engagements winken dem talentierten Nachwuchs einige fast druckfrische Euro-Scheinchen.

„Eines möchte ich klarstellen: Von diesem Abend legt sich keiner was auf die Seite”, betont Krings. Erwirtschaftetes Geld werde in die nächste Veranstaltung für die Jugend gesteckt. „Dass solch ein Abend von so einem kleinen Verein auf die Beine gestellt wird, ist sicherlich einmalig in Deutschland.”

Strahlende Augen

Ohne Zweifel stecke auch viel Arbeit in den Vorbereitungen, „aber wenn man dann die strahlenden Augen der Jugendlichen sieht, hat sich alle Mühe bezahlt gemacht”. Das ganze 700-Seelen-Dorf packt mit an. Die Bedienung wird auch von den Schützen übernommen.

Für diesen sozialen Zweck lassen sich auch gerne Prominenten einfangen, um das Unterfangen zu unterstützen. „Wir haben Dieter Bohlen gefragt, aber der hat an diesem Tag keine Zeit”, scherzt Präsident Josef Krings über mögliche Kandidaten.

Die Wahl fiel auf Wolfgang Niedecken von der Kölner Gruppe BAP, der sich sofort bereit erklärt hat und als einköpfige Jury unter allen Einsendern die Hoffnungsträger nominiert. Die drei größten Talente werden dann bei „Rock im Zelt” sich vor den Augen und Ohren des Publikums beweisen müssen. Die Hoffnung, dass unter ihnen eine ganz besondere Band ist, besteht nicht nur beim BAP-Sänger, sondern natürlich auch bei den St.-Salvator-Schützen.

Wolfgang Niedecken, der Frontmann von der Kölner Mundart-Gruppe BAP, der mit Liedern wie „Verdamp lang her”, „Kristallnaach”, „Alles em Lot” oder „Aff un zo” bekannt wurde, wählt unter den Bewerbern drei für den Auftritt bei „Rock im Zelt” aus.

Interessierte Bands, die zwischen Aachen und Mönchengladbach beheimatet sind, können sich an Josef Krings, Quellstraße 40 in Gangelt-Langbroich, Stichwort: Bandcontest, wenden, Telefon 02454/6016. Einsendeschluss ist am 15. Mai.

Die große Party „Rock im Zelt” steigt erstmalig freitags und nicht mehr samstags, und zwar nach Pfingsten am 4. Juni. Einlass ist ab 18 Uhr, Beginn 19Uhr. Nach den Newcomern spielt erstmalig in der Region die Gruppe STARZ, bevor die Band Glenrock die Bühne betritt.

Die Frühjahrskirmes findet am Samstag statt. Montag ist erstmalig in der Geschichte des Vereins Ruhetag.

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