Zeugen gesucht: Zug erfasst Auto am Bahnübergang

Zeugen gesucht : Zug erfasst Auto am Bahnübergang

Nach einem Verkehrsunfall war die Bahnstrecke Aachen-Mönchengladbach am Freitagmorgen für rund eineinhalb Stunden gesperrt. An einem Bahnübergang in Geilenkirchen war ein Auto von einem Regionalexpress erfasst worden - der Fahrer hatte sich noch rechtzeitig aus dem Wagen befreien können.

Der 23-jährige Autofahrer war mit dem in Heinsberg zugelassenen Sportwagen um kurz nach 7 Uhr auf der Nikolaus-Becker-Straße (der Landesstraße 364) von der Stadtmitte her kommend nach Süggerath unterwegs gewesen.

Foto: dmp-Press

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei rutschte das wegen „unangepasster Geschwindigkeit“ aus einer scharfen Rechtskurve am Bahnübergang Tichelen geradeaus in das Gleisbett und kam auf den Schienen zum Stillstand. „Der Pkw hatte sich dabei so in den Gleisen verkeilt, dass der Fahrer diesen nicht aus der Gefahrenzone herausfahren konnte“, heißt es im Polizeibericht.

Der Sportwagen des 23-Jährigen war von der Straße abgekommen und im Gleisbett gelandet. Ein Regionalexpress erfasste das Auto und riss es mehrere Meter weit mit. Foto: Bundespolizei

In diesem Moment schlossen sich die Schranken - der Regionalzug nach Aachen kam heran. „Der junge Mann konnte sich zwar in Sicherheit bringen, musste aber dann mit ansehen, wie sein Sportwagen von dem herannahenden Regionalexpress RE 4 seitlich erfasst, circa drei Meter mitgeschleift und dadurch stark beschädigt wurde.“

An einem Bahnübergang zwischen Süggerath und Geilenkirchen kam es am Freitagmorgen zu einem Unfall, der für eine vorrübergehende Sperrung sorgte. Foto: Georg Schmitz

Der Zug kam zum Stehen, der Mann alarmierte selbst die Polizei. Die eingetroffenen Rettungskräfte brachten den Heinsberger mit einem Schock im Rettungswagen ins Geilenkirchener Krankenhaus. Die Reisenden im Zug kamen nicht zu Schaden.

Der Sportwagen des 23-Jährigen war von der Straße abgekommen und im Gleisbett gelandet. Ein Regionalexpress erfasste das Auto und riss es mehrere Meter weit mit. Foto: Bundespolizei

Feuerwehrkräfte der Löscheinheiten Geilenkirchen, Süggerath, Prummern und Waurichen halfen bei den Aufräumarbeiten und der Bergung des Wagens. Ein Notfallmanager der Bahn kümmerte sich um das Fahrplanmanagement.

An einem Bahnübergang zwischen Süggerath und Geilenkirchen kam es am Freitagmorgen zu einem Unfall, der für eine vorrübergehende Sperrung sorgte. Foto: Georg Schmitz

Die Fahrgäste des RE 4 mussten im Zug warten. Erst rund anderthalb Stunden später, gegen 8.40 Uhr, konnten sie ihre Fahrt fortsetzen. Sie waren nicht die einzigen, die warten mussten: Elf Züge verspäteten sich aufgrund der Streckensperrung um insgesamt 265 Minuten. Acht Züge mussten teilweise ausfallen.

Der Sportwagen des 23-Jährigen war von der Straße abgekommen und im Gleisbett gelandet. Ein Regionalexpress erfasste das Auto und riss es mehrere Meter weit mit. Foto: Bundespolizei

Nachdem das schwer beschädigte Auto aus dem Gleisbett gezogen und abgeschleppt worden war, konnte gegen 8.45 Uhr auch der Bahnübergang wieder frei gegeben werden. Der Wagen soll noch untersucht werden.

An einem Bahnübergang zwischen Süggerath und Geilenkirchen kam es am Freitagmorgen zu einem Unfall, der für eine vorrübergehende Sperrung sorgte. Foto: Georg Schmitz

Die Bundespolizei und die Landespolizei nahmen Ermittlungen zur Unfallursache auf. „Eine Fehlfunktion der Schrankenanlage kann als Ursache ausgeschlossen werden“, berichtet die Bundespolizei. Die Freimeldeanlage, die den Schrankenbereich per Radarscanner vollautomatisch überwacht, löste keinen Alarm aus, da sich das Auto nicht im Schrankenbereich, sondern erst dahinter auf den Gleisen zum Stehen gekommen war.

Der Fall wurde an die Polizei Heinsberg übergeben. Diese ermittelt nun gegen den Fahrer unter anderem wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Die Polizei sucht Zeugen, die Angaben zu dem Unfall machen können. Hinweise an die Polizei unter Telefon 02452/9200.

(heck/pol)