Geilenkirchen: Würmer Feuerwehr mit neuem Fahrzeug, Beecker verlieren ihres

Geilenkirchen: Würmer Feuerwehr mit neuem Fahrzeug, Beecker verlieren ihres

Brand- und Katastrophenschutz sind grundsätzlich gesetzliche Aufgabe der Länder, Kreise und Kommunen. Im Rahmen des erweiterten Katastrophenschutzes wurden allerdings immer wieder Fahrzeug und Gerät für besondere Ereignisse durch den Bund zur Verfügung gestellt. Bei zu großen Schäden heißt es für die Löschzüge allerdings: Abschied nehmen von ihrem treuen Gefährt.

So auch in Geilenkirchen, wo seit 1989 ein Löschgruppenfahrzeug LF 16 TS stationiert war und der Löscheinheit Beeck über viele Jahre gute Dienste geleistet hat.

Im Rahmen der wiederkehrenden Prüfung durch die zuständigen Stellen waren zuletzt jedoch erhebliche Schäden am Fahrzeug erkannt worden, die aufgrund der zu erwartenden Reparaturen einen wirtschaftlichen Betrieb des Fahrzeuges unmöglich machen. Der Bund hat daher entschieden, das bundeseigene Fahrzeug abzumelden und zu verkaufen.

Und so steht die Feuerwehr Geilenkirchen vor der Situation, dass nur kurze Zeit nach der Einweihung eines neuen Fahrzeuges in Würm ein anderes Löschgruppenfahrzeug vom Standort Beeck abgezogen wird, ein Ersatz durch den Bund nicht vorgesehen ist und diese Löscheinheit nunmehr kein Einsatzfahrzeug hat.

Einhaltung der Hilfsfrist

Mit dem Abzug eines bundeseigenen Fahrzeuges muss immer gerechnet werden, und so gibt es bereits seit einiger Zeit Überlegungen, welche Auswirkungen sich für den Brandschutz in der Stadt Geilenkirchen und speziell im Ort Beeck aus einem Wegfall des Fahrzeuges ergeben.

Maßgebend ist dabei die Einhaltung der Hilfsfrist, also die Zeit, in der bei einem Brandereignis Hilfe eintrifft. Die für solche Untersuchungen eingeführten Methoden haben ergeben, dass die Hilfsfrist durch die benachbarten Löscheinheiten Würm und Prummern abgedeckt wird; eine Löscheinheit am Standort Beeck ist laut Stadt aus einsatztaktischer Sicht nicht zwingend vorzuhalten.

Gleichzeitig lässt die finanzielle Situation der Stadt Geilenkirchen wenig Spielraum für kostenintensive Investitionen. Dieser Tatsache muss sich auch eine freiwillige Feuerwehr stellen, wenngleich es sich bei der Unterhaltung einer leistungsfähigen Feuerwehr um eine gesetzliche Pflichtaufgabe der Kommune handelt. Den begrenzten finanziellen Mitteln wurde in den letzten Jahren z. B. Rechnung getragen, indem Fahrzeuge über die geplante Nutzungsdauer von 20 beziehungsweise 25 Jahren hinaus im Einsatz sind oder in der Löscheinheit Geilenkirchen ein Hilfeleistungslöschfahrzeug als Ersatz für ein Löschgruppenfahrzeug und einen Rüstwagen beschafft und so die Anzahl der unterhaltungsbedürftigen Fahrzeuge insgesamt reduziert wurde.

Erforderliche Investitionen

All diese Bemühungen sowie die Ergebnisse der Hilfsfristuntersuchungen gehen auch aus dem Brandschutzbedarfsplan hervor, der neben den in den kommenden Jahren erforderlichen Investitionen auch die Situation des Brandschutzes in der Stadt darstellt und Anfang 2016 durch den Rat beschlossen wurde.

Feuerwehr, Rat und Verwaltung seien in den vergangenen Jahren verlässliche Partner gewesen, wenn es trotz begrenzter finanzieller Mittel um die Sicherstellung des Brandschutzes für die Bürger geht, betont die Verwaltung. Dies gelte auch für den jetzt eingetretenen Fall, den der Brandschutzbedarfsplan bereits berücksichtige.

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