Übach-Palenberg: Wirtschaftsforum: Hohe Standards für gutes Image der Region

Übach-Palenberg: Wirtschaftsforum: Hohe Standards für gutes Image der Region

Weltmarktorientierung und regionale Produkte: In der Lebensmittelindustrie sei das kein Widerspruch, erklärte NRW-Umwelt- und Verbraucherschutzminister Johannes Remmel beim Forum „Ernährungswirtschaft in der Region Aachen”.

Im Übach-Palenberger Schloss Zweibrüggen informierte der Minister gemeinsam mit Experten aus der lokalen Ernährungsindustrie zu aktuellen Herausforderungen der Branche.

Angesichts der aktuellen Diskussion um EHEC-Keime auf Salat und Gemüse, rückte das Thema Verbrauchersicherheit in den Mittelpunkt der Diskussion. „Wir wollen uns über das aktuelle Thema Lebensmittelsicherheit austauschen und darüber informieren”, sagte Übach-Palenbergs Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch.

Ein entscheidender Faktor für die Sicherheit sei die Technik. „Wir stehen vor einer industriellen Revolution. Die muss NRW annehmen. Insbesondere die Ernährungswirtschaft”, erklärte Hohannes Remmel. Dabei gelte es klimaschonend und effizient zu produzieren.

Ein starker Partner bei der technologischen Umsetzung kann die Aachener Fachhochschule sein. Prorektorin Prof. Christiane Vaeßen stellte Forschungsfelder ihrer Hochschule vor. So beschäftige man sich etwa mit Sensorsystemen für keimfreie Verpackungen.

Vertrauen der Verbraucher in die Sicherheit von Lebensmitteln könne nur durch Transparenz geschaffen werden, erklärte Dr. Peter Schimitzek, Vorstand der CSB-Systems AG in Geilenkirchen. Die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln stellt das Unternehmen mittels IT-Lösungen sicher. Dabei laufen Steuerung, Überwachung und Koordination des Produktionsprozesses computergestützt.

Johannes Remmel argumentierte, dass man sich nicht ausschließlich auf die Technik verlassen dürfe. Moralisches Handeln der Produzenten sei ebenso wichtig. „Hohe Standards in der Tierhaltung können zur regionalen Image-Bildung beitragen.” Um dies zu fördern, entwickelt das Land NRW ein eigenes Qualitätszeichen, so der Minister.

In der Übach-Palenberger Ernährungsbranche nimmt die Schokoladenfabrik im Gewerbegebiet Holthausen eine zentrale Stellung ein. Rund 100 Arbeitsplätze wurden dort geschaffen, erläuterte Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch. Und Jörg Aldenkott, Geschäftsleitungsvorsitzender Produktion der Schwartz-Gruppe, führte aus, dass in der Schokoladenproduktion große Investitionen nötig seien. Doch der zentrale Produktionsstandort habe für Übach-Palenberg gesprochen. So kann der europäische Warenfluss aus Übach-Palenberg gut koordiniert werden. „Ein Lkw, der Schokolade nach Spanien bringt, transportiert auf dem Rückweg Südfrüchte nach Deutschland”, sagte Jörg Aldenkott.

Auch wenn die süße Leckerei viele Herzen höher schlagen lässt, liegt bei der Schokoladenherstellung noch einiges im Argen. „In der Welt des Kakaos ist nichts in Ordnung”, sagte Walter Pötter, Generalbevollmächtigter der Lidl-Stiftung. Man müsse unter anderem daran arbeiten, dass in den Produktionsländern wie der Elfenbeinküste Kinderarbeit abgeschafft, der Boden erhalten und wassersparend produziert wird. In diesen Bereichen engagiert sich die Lidl-Gruppe.

Im Rahmen der Diskussion um nachhaltige und regionale Lebensmittelversorgung machte Walter Pötter, der aus Übach-Palenberg stammt, seinen Standpunkt klar: „Man kann nicht von heute auf morgen ökologisch sein. Man muss ökonomisch handeln, dann ist man automatisch nachhaltig.”

Mehr von Aachener Zeitung