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Selfkant/Gangelt: „Wilde Kerle” sind gemütliche Zeitgenossen

Selfkant/Gangelt : „Wilde Kerle” sind gemütliche Zeitgenossen

In Schalbruch sollte das erste Trikertreffen im Sefkant stattfinden, alles war durch den Vorsitzenden des Triker Club Selfkant, Franz Engels aus Schalbruch, geplant.

Die Zusage für Schalbruch war da (rund um den Kirmesplatz), jedoch in den letzten Stunden vor dem offiziellen Start am Freitagnachmittag rauchten die Köpfe. Für Schalbruch kam von der Gemeinde die Absage, da hier gleichzeitig ein Schulfest stattfand und man mögliche Engpässe befürchtete - das Reitergelände in Havert wurde zugeordnet.

„Vielleicht hatte die Gemeinde kalte Füße bekommen und gedacht: was kommen denn da für Wilde”, schüttelte Franz Engels mit dem Kopf, nachdem dann auch Havert gestrichen wurde. Letztendlich fand man in Gangelt-Hastenrath dann doch noch Trikerfreunde. So konnte das ganze Spektakel rund um das Gelände am Bürgerhaus in Hastenrath stattfinden.

Nahezu 70 Trikerfahrzeuge waren dabei, und ferner machten rund 40 Bikerfreunde das Ganze zu einem wahren Volksfest. Trikerfreunde aus ganz Deutschland waren gekommen, sogar aus Spanien hatte sich ein Freak auf den Weg gemacht. Als sich dann die Biker bei ihrer Rundreise auf der Suche nach ihrer „Route 66” durch den Selfkant auf den Weg machten, lachte so manches Herz am Straßenrand und selbst die Autofahrer stiegen aus, kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Triker sind offenbar gemütliche Menschen, dies konnte man zumindest anschließend rund um das Bürgerhaus feststellen. Da waren keine ausgeflippte Typen, wie viele erwartet hatten. Die Gemütlichkeit ist auch ein wesentlicher Faktor für die Liebe zum Trike. „Man sitzt entspannt, man liegt sozusagen - dies ist ein großer Vorteil. Man hat keinen Stress”, schilderte Franz Engels das an sich teuere Hobby.

„Ein fertiges Trike kostet so ab 15.000 Euro aufwärts, es gibt auch Bausätze schon ab 6000 Euro. Einige Trikes haben normale Motoren um die 50 bis 100 PS, andere dagegen kommen gar auf 400 PS. Die Phantasie kennt keine Grenzen, jedoch auch wir müssen regelmäßig zum TÜV. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Bike ist auch, dass wir keine Helme zu tragen brauchen”, ließ Franz Engels wissen.

Seit einigen Jahren sei das Trikefahren im Aufwind in Europa. „Bei uns sind sogar Ärzte dabei, die sich diesem Hobby verschrieben haben. Bei manchen ist die ganze Familie dabei, es gibt auch Familientrikes, auf denen mehrere Personen Platz haben”, so Engels.

Obwohl der Standort Hastenrath erst kurzfristig gefunden worden war, fanden viele Interessierte den Weg zur Bürgerhalle. Viele Triker standen Rede und Antwort und erzählten gerne, was sie alles montiert hatten. Auch so mancher Bikerfreund oder Triker, der rein zufällig durch den Selfkant düste, schaute vorbei. Viele Zelte und Wohnwagen sowie Kirmesflair machten dieses erste Trikertreffen zum vollen Erfolg.

Besonders die Verkaufsstände mit den Indianerartikeln ließen den Hauch der „Route 66” aufkommen. In der Festhalle Hastenrah sorgte DJ Günther Bleifeld am Freitagabend für Stimmung, am Samstag spielte eine Rockband. „Wir sind eine große Familie, davon konnte sich jeder überzeugen, und ich glaube schon, dass wir Werbung gemacht haben”, war Franz Engels mehr als zufrieden mit dieser Veranstaltung.