Gegen das Vergessen: Wenn Zeitzeugen und Opfer der Shoah erzählen

Gegen das Vergessen : Wenn Zeitzeugen und Opfer der Shoah erzählen

Mit der Ausgrenzung, Stigmatisierung, Vertreibung und Ermordung der sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs befasst sich die Wanderausstellung „We the six million“, die seit Freitag in der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule Geilenkirchen zu sehen ist.

„Mehr als sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens wurden Opfer der Shoah, viele Tausend auch aus der Region, in der wir heute leben“, erinnert Schulleiter Uwe Böken zur Eröffnung. „Dass diese Menschen mit dieser Ausstellung das Wort ergreifen, geht unter die Haut und soll es auch.“

Insgesamt 14 Zeitzeugen berichten in der Ausstellung, die von Studenten der RWTH Aachen erarbeitet und anlässlich des 80-jährigen Pogromgedenkens am 9. November 2018 im Krönungssaal des Aachener Rathauses eröffnet wurde, von ihrem Lebensweg und erinnern an ihr Schicksal. Die Schüler finden Informationen über Menschen aus der Region, aus der Handwerkerschaft, aus der Synagogengemeinde und aus dem gebildeten Bürgertum, deren Lebenswege nach der Machtübernahme und vor allem nach der Reichspogromnacht am 9. November 1938 dramatische Wendungen nahmen.

 „Die Ausstellung ist nicht als Schauausstellung konzipiert“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Guido Meyer. Ziel sei es, dass sich die Schüler mit dem Thema kreativ auseinander setzten und wiederum ein Mehrwert für die Ausstellung entstehe. An der Gesamtschule wollen sich einige Schüler künstlerisch mit dem Thema auseinandersetzten, außerdem wird sich die Oberstufe detailliert mit einigen Biografien befassen.

„Wir erinnern uns, um ein Fundament zu schaffen, damit sich ähnliche Vorkommnisse weder hier noch irgendwo in der Welt so oder ähnlich wiederholen können“, so betont Uwe Böken. Noch bis zum 1. Februar gastiert die Ausstellung in der Gesamtschule. „Danach zieht sie weiter durch Nordrhein-Westfalen“, sagt Guido Meyer. Bis Ende des Jahres sei die Ausstellung jede Woche bereits ausgebucht: „Auch Anfragen aus Israel, den USA, Argentinien und dem EU-Haus in Brüssel sind bei uns eingegangen.“

(mcz)
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