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Birgden: Wenn sich ein Mann mal emanzipieren will...

Birgden : Wenn sich ein Mann mal emanzipieren will...

Im Grunde waren es nur Zufälle, die dazu führten, dass eine mehr oder weniger normale Mallorca-Reise eine derart turbulente Vorgeschichte hatte, die sich ins Chaos steigerte, dann aber doch am Flughafen endet.

Jedoch nicht als „Hurra-ich-bin-frei-Reise”, sondern so, wie es sich für Ehepaare gehört. Die Geschichte rund um diese wenigen Sätze brachte das Ensemble der „Dorfbühne Birgden” in dem herrlichen Dreiakter „Zwischen Wahnsinn und Mallorca” auf die Bühne.

Sie erzählen eigentlich ein simples Stück Lebenslauf: Gilbert Miller (Willi Dohmen) ist auf dem Weg sich zu emanzipieren - das allerdings radikal. Seine Frau Caroline (Mechtilde Scheufen) führt sein Leben geradewegs in die Hölle, meint Gilbert und will heimlich den Abzweig nach Mallorca nehmen und auf nimmer Wiedersehen verschwinden.

Dann passieren mehrere Dinge gleichzeitig: Gilbert wähnt sich 29 Stunden vom Flieger in die Freiheit entfernt, als seine Frau sich auf den Weg zur „Runderneuerung” auf die Beautyfarm macht, allerdings nicht ohne dafür zu sorgen, ihre Mutter auf Gilbert anzusetzen. Freund Peter „Fred Astaire” Ericson (Uli Jansen) ist als Koordinator des Umzugs, von dem niemand wissen darf, hoffnungslos überfordert, und auch die beiden Möbelpacker der Firma „Nacht & Nebel” kommen ihren Aufgaben nicht so richtig nach.

Der in vielen Dialekten heimische Klaus (Achim Müller) und in einer wahren Paraderolle als „König der Tunten” Robert „Tuffig” (Jürgen Franken) packen alles an, erstmal aber keine Möbel. „Angepackt” werden nämlich die neue Nachbarin Jaqueline (Sandra Nobis) und Lena „Das kostet extra” (Yvonne Jansen).

Chaos ohne Ende

Jetzt könnte man meinen, Chaos gebe es reichlich - weit gefehlt: Jetzt fängt der Spaß erst richtig an. Warum in Birgden der Wetterbericht nicht nur die Temperaturen, sondern auch die Geburtenrate hochrechnet, warum Caroline Miller wenig überrascht von der Beautyfarm ins heimische Chaos zurückkehrt und ihr Anfangssatz, „Mach keine Dummheiten, Schatz”, in einem ganz neuen Licht gesehen werden muss und warum die Akteure der „Dorfbühne” allesamt auf der Bühne glänzen, kann man sich am kommenden Wochenende noch einmal ansehen.

In weiteren Rollen überzeugen als Angelo „Das Messer” Stagnioni Siegfried Hermanns und als Schwiegermama Walburga Kohnen. Weitere Termine am Samstag und Sonntag, 31. Januar und 1. Februar, 19.30 Uhr. Karten im Vorverkauf (Uli Jansen, Marlene Hermanns) oder an der Abendkasse.