Birgden: Wenn der Kapitän der Dürener Powervolleys das Training übernimmt

Birgden : Wenn der Kapitän der Dürener Powervolleys das Training übernimmt

„Toll, wie der die begeistern kann. 30 Kinder so in Schach zu halten...“ Normalerweise schart Hanne Jansen jeden Mittwochnachmittag in der Birgdener Turnhalle die Kinder um sich. Dann steht Volleyball auf dem Lehrplan der Offenen Ganztagsschule (OGS). Diese Woche hat Hanne Jansen sich prominente Verstärkung besorgt: Jaromir Zachrich, Kapitän der Volleyball-Bundesligamannschaft der SWD Powervolleys Düren, ist nach Birgden gekommen.

„Allianz macht Schule“ heißt das Projekt, mit dem die Dürener Volleyballer, unterstützt von einem Sponsor, auf Tour gehen — nun erstmals im Kreis Heinsberg. Lust machen, Spaß vermitteln, so lautet die Mission. Dem Partner den Ball zuwerfen, auf einem Bein stehend und mit verbundenen Augen, während das Gegenüber eine Rechenaufgabe lösen muss? Solche Herausforderungen hat der Profisportler im Gepäck. Beachtlich, mit wie viel Spaß und Disziplin die Kinder mitmachen.

Denn die Gruppe ist bunt gewürfelt. Da ist die Volleyball-AG der OGS mit Kindern im Grundschulalter, die am Mittwoch durch Jugendliche des TuS Birgden verstärkt wird. „Die AG läuft seit einem halben Jahr, und wir sind positiv überrascht von der Entwicklung“, sagt Heinz-Willi Jansen, der mit seiner Frau Hanne beim TuS das Übungsleiter-Gespann in Sachen Volleyball bildet. „Als Verein musst du heutzutage etwas anbieten“, sagt er. Immerhin 40 der rund 100 Erwachsenen im TuS spielen Volleyball. Aber von den über 300 Kindern und Jugendlichen im Verein sind es gerade mal 15. Die AG in Kooperation mit der Offenen Ganztagsschule soll dazu beitragen, diese Quote zu verbessern.

Berührungsängste

„Ich bin erstaunt, wie viele Lehrer Berührungsängste zum Volleyball haben“, sagt Zachrich, der selbst sein Lehramtsstudium erfolgreich abgeschlossen hat. „Ich versuche aufzuzeigen, wie viel Spaß es machen kann“, berichtet der Volleyballer. Er beginnt seine Stunde mit Luftballons, ehe die Volleybälle zum Einsatz kommen. Werfen und fangen, bewegen und ausprobieren — die Volleyballregeln muss hier keiner beherrschen. „Das kommt durch die Bank gut an“, berichtet Zachrich von seinen zahlreichen Schulbesuchen. Volleyball sei nun mal „die technisch anspruchsvollste Mannschaftssportart“, da wolle er bei einer Schnuppereinheit niemanden überfordern.

Das gelingt in Birgden. „Ich fand es super. Die Übungen waren so, dass alle es hinbekommen haben“, erzählt die 14-jährige Hannah. Und Jutta (14) würde „sofort wieder mitmachen. Es war spannend, denn viele Sachen hatten wir noch nie gemacht.“ Am Ende ging niemand mit leeren Händen: die Kinder erhielten Urkunden, einen Turnbeutel und Freikarten für das nächste Heimspiel der Dürener am 11. März. Und Jaromir Zachrich und Teammanagerin Annika Bläser nahmen TuS-Duschtücher und einen Freundschaftswimpel des Vereins mit zurück nach Düren. Talente hat der Fachmann übrigens auch entdeckt: „Heute waren einige dabei, die unbedingt weitermachen sollten“, sagt Zachrich zum Abschied.

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