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Geilenkirchen-Teveren: Welcher Erwachsene beschenkt wird, entscheidet das Los

Geilenkirchen-Teveren : Welcher Erwachsene beschenkt wird, entscheidet das Los

Sie wohnen erst seit ein paar Monaten in Teveren, die vier Mitglieder der Familie Verhoeven-Soetart und sind noch nicht richtig heimisch geworden in der Bischof-Pooten-Straße.

Deshalb freuen sie sich ganz besonders auf ein traditionelles Weihnachtsfest daheim im belgischen Landen (Landen ist der Name der Stadt in Vlaams-Brabant), rund 30 Kilometer von Leuven entfernt.

Hier werden Christophe Verhoeven und Anja Soetaert mit ihren Kindern Sylke (zwei Jahre) und Yasmine (neun Wochen) bei den Eltern von Papa Christophe das Weihnachtsfest verleben. Der 30-jährige Familienvater arbeitet als Techniker der F16 bei der Luftwaffe in Brüssel. Seine gleichaltrige Frau ist ebenfalls Angestellte der Luftwaffe in der Administration der Squadron 2 bei Awacs.

In Belgien feiert man das Weihnachtsfest ähnlich wie in den Niederlanden. St. Nikolaus hat auch hier eine große Bedeutung. Die Kinder stellen ihre Schuhe am Kamin auf und hoffen, dass der Nikolaus sie gut füllt, wenn er durch den Schornstein kommt. Heiligabend ist traditionell Familientreffen bei den Eltern.

In diesem Jahr werden die Verhoeven-Soetarts und Christophes beide Brüder mit ihren Frauen und Kindern zu den Eltern fahren, wo sie ein üppiges Dinner erwartet.

Vier Stunden essen

Es gibt immer Wild, manchmal Antilope oder Strauß. Für die Belgier ist das normal und gar nicht exotisch. So ein Essen zieht sich mindestens über vier Stunden hin. Danach bekommen die Kinder ihre Geschenke, und Christophes Großmutter Germaine (78) erzählt eine Geschichte.

Wer von den Erwachsenen in der 15-köpfigen Familie beschenkt wird, wird vorher ausgelost. Jede Familie beschenkt nur eine Person, die eine Wunschliste erstellen muss.

Sehr schön sind die belgischen Weihnachtsbräuche auf dem Land, wo Christophe daheim ist. Jede Familie hat eine Krippe vor ihrem Haus oder in der Kirche aufgebaut.

Weihnachtsbusse fahren sogar im Dezember die Dörfer ab, um die Krippen zu bestaunen. Wenn Baby Yasmine nicht so klein wäre, würden die Verhoeven-Soetaert am ersten Weihnachtstag zu Anjas Eltern reisen, um auch dort zu feiern. Hier kocht dann Anjas Bruder Maxim, der einen vollen Monat für die Vorbereitungen nötig hat.

Der zweite Feiertag ist mehr oder weniger ein Ruhetag. Der 28. Dezember ist als „Onnozele Kinderdag” den Kindern vorbehalten. Dann wird mit ihnen gespielt, und sie erhalten eine Extraportion Süßigkeiten.

Doch auch der Tag der Heiligen Drei Könige ist noch ein Highlight. Kinder ziehen singend von Tür zu Tür, präsentieren einen Waschhandschuh, in den die Leute ihnen Geld stecken. Nach diesem Tag werden alle Tannenbäume aus dem Dorf auf ein Feld gebracht und gemeinschaftlich verbrannt.

Kleine Anmerkung, warum Christophe Verhoeven heißt und seine Ehefrau Anja den Namen Soetaert trägt? Nun, in Belgien behalten die Ehefrauen halt ihren Mädchennamen. Was die Familie sich für ihren fünfjährigen Aufenthalt in Teveren wünscht? Mehr deutsche Freunde. Vor allem Mama Anja hat noch nicht den erhofften Kontakt gefunden. Und dann wünscht die sympathische junge Familie allen ein „Vrolijk Kerstfeest en gelukkig Nieuwjaar”.