Geilenkirchen: Wahre Oldtimer-Schätze „erwachen“ im Frühling

Geilenkirchen : Wahre Oldtimer-Schätze „erwachen“ im Frühling

Die Frage, ob das Verdeck am Maifeiertag geöffnet bleiben durfte, oder geschlossen werden musste, stellte sich für die meisten Cabriofahrer auf Loherhof nicht. Offen hieß die Devise, schließlich gab es beim inzwischen achten „Frühlingserwachen“ auf dem weitläufigen Gelände des Sportparks das passende Wetter, um dem vierrädrigen Familienmitglied den passenden Auslauf zu gönnen.

Die Frage, ob offen oder geschlossen, stellte sich für Michael Daners ebenfalls nicht. Er war mit Bekannten und vielen seiner Lieblinge auf zwei Rädern und naturgemäß ohne Verdeck angereist. „Zündapp“ ist auf den großen Tanks in ebenso großen Lettern zu lesen, und ist die Leidenschaft des Mannes.

Tiefgrün glänzt der Lack dieses „Hochkühler“-Mercedes in der Sonne, der „Sambabus“ nebenan lässt über seine vielen Scheiben viel Licht hinein (Bild oben). Auch Michael Daners (unten links) zeigt beim „Frühlingserwachen“ am Loherhof seine Lieblinge: Zündapp-Pretiosen, die natürlich fast alle auf Hochglanz poliert waren. Hurra, der „Marlborough“ (Bild unten in der Mitte) in verschiedenen Grüntönen und bronzefarbenen Applikationen durfte dank frischem TÜV auf eigener Achse nach Geilenkirchen anreisen. (unten Mitte). Und Bob, der Fiat Multipla aus dem Jahr 1964 (unten rechts), durfte ebenfalls anreisen in Begleitung von Michael und Ute — Nachnamen spielten hier keine Rolle. Foto: Markus Bienwald

Auf die Frage nach dem „Warum“ hat er eine einleuchtende Antwort: „Ich bin die schon als Jugendlicher gefahren“, sagt er. Sein Kumpel steht zwar mehr auf die Produkte von Kreidler und andere vielleicht auf Herkules, aber wenn man bedenke, so Daners weiter, dass diese drei deutschen Fabrikanten einst die Marktführer bei Krafträdern mit kleinerem Motor waren, sei das doch aller Ehren wert.

Tiefgrün glänzt der Lack dieses „Hochkühler“-Mercedes in der Sonne, der „Sambabus“ nebenan lässt über seine vielen Scheiben viel Licht hinein (Bild oben). Auch Michael Daners (unten links) zeigt beim „Frühlingserwachen“ am Loherhof seine Lieblinge: Zündapp-Pretiosen, die natürlich fast alle auf Hochglanz poliert waren. Hurra, der „Marlborough“ (Bild unten in der Mitte) in verschiedenen Grüntönen und bronzefarbenen Applikationen durfte dank frischem TÜV auf eigener Achse nach Geilenkirchen anreisen. (unten Mitte). Und Bob, der Fiat Multipla aus dem Jahr 1964 (unten rechts), durfte ebenfalls anreisen in Begleitung von Michael und Ute — Nachnamen spielten hier keine Rolle. Foto: Markus Bienwald

„Wir erhalten damit Kulturgut“, ist er sicher. Und die vielen stramm hochgereckten Daumen von Menschen am Wegesrand geben ihm wohl reicht damit. „Das sind keine megateuren Teile, aber man kann sich damit aktiv selbst zurückerinnern an Damals“, schließt der Zweiradfreund.

Wunderschöne Cabrios

Die teuren Teile gab es natürlich auch auf Loherhof zu sehen. Ein knallgelber Porsche Turbo mit aus heutiger Sicht unfassbar großem Heckflügel und einem Auspuffgrollen, das schon im Stand viele aus verbranntem Benzin gewonnene Pferdchen verspricht, gehört beispielsweise dazu. Ebenso die wunderschönen Cabrios wie der offene, seltene und wahrscheinlich für die meisten Gäste unbezahlbare Mercedes W111 mit toller Patina.

Ein Jaguar hier, ein Alfa dort, und eine ganze Horde von kleinen MGs mit wild klingendem V8-Antrieb weiter, geben sich aber auch die Brot-und-Butter-Autos die Ehre. Kleine „Prinzen“ aus dem Hause NSU sind dort zu sehen, viele VW Käfer in ganz unterschiedlichen Ausprägungen und auch kleine Fiats sind zu bewundern.

So wie das außergewöhnliche Taxi, ein Fiat Multipla 750 aus dem Jahr 1964. Ute und Michael heißen die Fahrer des grünen Wagens, der Bob heißt. Mehr als die Vornamen wollen die drei an diesem entspannten Tag auf dem satten Grün der Rasenflächen an Loherhof nicht preisgeben. Aber ihr Lächeln zeigt, dass nicht nur die Anfahrt nach Geilenkirchen Spaß gemacht hat.

Und genau das ist es, was Organisator und Loherhof-Geschäftsführer Freddy Solty ja eigentlich will. „Die Veranstaltung ist jetzt genau dort angekommen, wo sie schon immer sein sollte“, sagt er. Und er freut sich darüber, dass die Teilnehmer nicht nur der Ausstellung in Geilenkirchen, die fast immer auf eigener Achse angefahren wird, einen festen Platz im Jahreskalender vieler Oldtimer-Freunde hat.

Entspanntes Hobby

„Die Leute nehmen unsere Veranstaltung als entspannte und entschleunigte Möglichkeit wahr, ihr Hobby zu genießen“, sagt er. Und während schon der nächste Automobilist mit seinem von den heutigen Gedanken an Gleichteil-Politik, Markenimage und Stromlinienform befreitem Gefährt von ihm eingewiesen wird, füllt sich der Platz.

Dank der Musik der „Two Harmonics“, die schon vor dem Mittag für beste Laune sorgten, und dem umfassenden kulinarischen Angebot draußen und drinnen im Loherhof war für ein tolles Gesamtpaket beim „Frühlingserwachen“ gesorgt.

Aber die echten Autofans, die mit dem Benzin im Blut und dem im Takt der Motoren schlagenden Herzen, die hatten auf dem späteren Heimweg noch ganz andere Ohrwürmer als die gespielten Hits dabei.

Den Sechsertakt des Porsche Elfers, das aufgeregte Stakkato der vierzylindrigen Alpine 1300 oder auch den sonoren Bass des V8-getriebenen Cadillacs zum Beispiel. So schön „musikalisch“ ließ sich der „Tag der Arbeit“ sicherlich auch genießen.

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