Geilenkirchen/Übach-Palenberg: Vor 50 Jahren: Als Übach-Palenberg das Stadtrecht beantragte

Geilenkirchen/Übach-Palenberg: Vor 50 Jahren: Als Übach-Palenberg das Stadtrecht beantragte

Was hat die Menschen in Geilenkirchen und Umgebung vor 50 Jahren bewegt und beschäftigt? Worüber konnte man sich aufregen, worüber freute man sich? Kaum etwas kann dazu besser Anhaltspunkte liefern als das Archiv dieser Zeitung — damals noch Geilenkirchener Volkszeitung genannt — von Juni 1967.

Der Juni vor 50 Jahren war in unserer Umgebung ein relativ ereignisloser Monat. Das denkt man zumindest, wenn man sich die Lokalteile aus dieser Zeit ansieht. Viele atemberaubende Geschichten bekommt man beim bloßen Durchblick nicht zu Gesicht. Aber vielleicht gibt es aus der damaligen Zeit ja doch Ereignisse und Entscheidungen, die noch heute für uns wichtig sind und unser tägliches Leben doch mehr beeinflussen als wir eigentlich denken?

... reisen zum Austausch nach Quimperlé, ...

Erster Austausch in Frankreich

Wichtigste Neuigkeiten — von vor 50 Jahren: Geilenkirchener Realschüler reisen zum Austausch nach Quimperlé (oben und unten Mitte), Übach-Palenberg feiert 1100 Jahre Großgemeinde (unten links) und beantragt die Stadtrechte (unten rechts). Foto: Oliver Schiffgens

Ein solches Thema ist die Partnerschaft der Stadt Geilenkirchen mit dem französischen Quimperlé. Gerade erst war eine Abordnung der Stadt Geilenkirchen in Frankreich, eine Straße im Stadtteil Bauchem ist nach Quimperlé benannt, und man findet den Namen an mehreren Orten aufgeschrieben, unter anderem vor dem St.-Ursula-Gymnasium auf einem großen Stein mit der genauen Entfernung von Geilenkirchen bis in den Ort in der Bretagne. Die Partnerschaft, die 1966 offiziell begründet wurde, wurde im Juni 1967 mit den ersten gemeinsamen Treffen und Austauschen mit Leben gefüllt.

... und die Stadtrechte beantragt.

21 Realschüler aus Geilenkirchen, die zu diesem Zeitpunkt die zehnte Klasse besuchten, fuhren im Juni zu einem zweiwöchigen Austausch nach Nordfrankreich. Begleitet wurden sie von ihrem Lehrer, dem Schuldirektor und dem damaligen Pastor Besgen. Einige Wochen nach diesem Austausch kamen die Franzosen nach Geilenkirchen, und somit war der Grundstein für eine erfolgreiche Städtepartnerschaft gelegt, die nun seit über 50 Jahren besteht. Durch jährliche gegenseitige Besuche wird sie weiter gefördert und ist bis heute sehr erfolgreich.

Aber nicht nur in Geilenkirchen kam es im Juni 1967 zu einem besonderen Ereignis. Auch in Übach-Palenberg spielte sich damals eine Sache ab, die für uns heute völlig normal ist. Bis ins Jahr 1967 war Übach-Palenberg nämlich nur eine Großgemeinde und keine Stadt.

Genau vor 50 Jahren genehmigte aber die Landesregierung die Beantragung des Stadtrechts von Übach-Palenberger Seite, nachdem die Großgemeinde damals sogar vom Regierungspräsidenten und von einem leitenden Ministerialrat aus Düsseldorf genau unter die Lupe genommen worden war. Im September des gleichen Jahres bekam die neue Stadt dann auch die dazugehörige Urkunde.

1100 Jahre Großgemeinde

Ein weiteres einschneidendes Ereignis in der Übach-Palenberger Geschichte dürfte die Feier zum 1100-jährigen Bestehen der Großgemeinde gewesen sein. Ende des Monats Juni wurde den Gästen, die damals zahlreich von Nah und Fern angereist waren, einiges geboten. Es gab nicht nur einen Eröffnungsabend, einen Tanzabend und eine heilige Messe, sondern auch einen großen Festzug mit anschließendem Festball und einen Königsball. Begleitet wurde dieser mehrtägige Festakt von zahlreichen Chören, Instrumentalvereinen und Musikkapellen.

Diese Beispiele zeigen sehr anschaulich, dass vor 50 Jahren die Grundsteine gelegt wurden für Dinge, die noch heute für die Menschen in der Region Auswirkungen haben. Darum lohnt sich ein Blick zurück auf die lokalen Ereignisse, um auch über die Gegenwart ein bisschen besser Bescheid zu wissen.